Mit dem erfolgreichen Abschluss ihrer Gesellenprüfung haben 143 Nachwuchskräfte aus ganz Deutschland in diesem Winter ihre Ausbildung im Hörakustiker-Handwerk beendet. Die bundesweit zentrale Gesellenfreisprechung fand am 31. Januar 2026 im Kolosseum zu Lübeck statt und markierte für die Absolventinnen und Absolventen den feierlichen Übergang in den Gesellenstand.

Ines Jonen, Vizepräsidentin der Bundesinnung der Hörakustiker (biha), begrüßte die frischgebackenen Gesellinnen und Gesellen, ihre Familien sowie zahlreiche Ehrengäste und nahm die Freisprechung nach traditionellem Handwerksritus vor. In ihrer Ansprache betonte sie die besondere Bedeutung des Berufs:

„Sie haben sich für einen erfüllenden Gesundheitsberuf entschieden, der technische Innovation mit Einfühlungsvermögen verbindet. Ihr Alltag wird viel Verantwortung und Empathie erfordern – aber auch immer wieder das schöne Gefühl schenken, Menschen durch besseres Hören Lebensqualität zurückzugeben.“

In seiner Laudatio gratulierte Prof. Dr. Ulrich Hase, Landesbeauftragter für Menschen mit Behinderung des Landes Schleswig-Holstein a. D. und Inklusionsberater der Akademie für Hörakustik, zu dem anspruchsvollen Ausbildungsabschluss. Er hob die Qualität der dreijährigen dualen Ausbildung hervor:

„Sie sind die Schnittstelle zwischen Mensch und Technik. Die bundesweit einheitliche Prüfung hier in Lübeck ist ein Garant für eine gleichbleibend hohe Versorgungsqualität und gelebten Verbraucherschutz.“

Auch Jens Rießen, Studiendirektor und Leiter der bundesoffenen Landesberufsschule für Hörakustikerinnen und Hörakustiker (LBS), richtete ein Grußwort an die Absolventinnen und Absolventen. Der Gesellenbrief sei nicht nur Abschluss, sondern Fundament für den weiteren Berufsweg:

„Sie haben gelernt, mehr zu sein als Techniker – nämlich Mutmacher und Begleiter. Sie sind die Zukunft eines Berufs, der Sinn stiftet.“

Ein besonderer Dank galt den Ausbildungsbetrieben, den Lehrkräften der Berufsschule, den Dozierenden der Akademie für Hörakustik sowie den Prüferinnen und Prüfern, die maßgeblich zur Qualifikation des beruflichen Nachwuchses beigetragen haben.
Luise Flessa, stellvertretende Vorsitzende des Gesellenprüfungsausschusses, verkündete die Prüfungsergebnisse und ehrte die Jahrgangsbesten. Musikalisch begleitet wurde die Feier von der Band „Veryable“.

Der Campus Hörakustik in Lübeck bietet mit moderner Ausstattung, spezialisierten Mess- und Anpassräumen sowie qualifizierten Lehrkräften hervorragende Bedingungen für Ausbildung und Weiterbildung. Neben der Gesellenausbildung stehen dort unter anderem die Meisterfortbildung sowie Spezialisierungen wie die Pädakustik auf dem Programm.

Aktuell absolvieren rund 2.400 Auszubildende ihre Ausbildung im Hörakustiker-Handwerk. In etwa 7.500 Betrieben versorgen rund 18.000 Hörakustikerinnen und Hörakustiker in Deutschland rund 3,7 Millionen Menschen mit Hörsystemen – ein starkes Fundament für einen Gesundheitsberuf mit Zukunft.