531 frisch freigesprochene Hörakustikerinnen und Hörakustiker haben am 4. Juli in Lübeck ihre dreijährige Ausbildung abgeschlossen. Die bundesweit zentrale Gesellenfreisprechung gilt als größte Freisprechungsfeier eines Gesundheitshandwerks in Deutschland. Gastgeber war die Akademie für Hörakustik als zentrale Bildungseinrichtung des Berufsstandes.
Zentrale Ausbildung für den Branchennachwuchs
Die Freisprechung fand in der Lübecker Musik- und Kongresshalle statt. Alle angehenden Hörakustikerinnen und Hörakustiker aus Deutschland absolvieren ihre Berufsschulphasen und überbetrieblichen Ausbildungsabschnitte am Campus in Lübeck. Nach bestandener Gesellenprüfung wurden die Absolventinnen und Absolventen offiziell in den Gesellenstand erhoben. Damit stehen der Hörakustik-Branche 531 neue Fachkräfte zur Verfügung.
Eberhard Schmidt, Präsident der Bundesinnung der Hörakustiker (biha), würdigte in seiner Ansprache die Verantwortung des Berufs. Die neuen Fachkräfte würden Menschen künftig nicht nur zu besserem Hören verhelfen, sondern auch Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Gleichzeitig betonte er die Bedeutung, technische Kompetenz mit einer einfühlsamen und geduldigen Beratung zu verbinden.
Dank an Ausbildungsbetriebe und Lehrkräfte
Während der Feier wurde ausdrücklich den Ausbildungsbetrieben, den Lehrkräften der bundesoffenen Berufsschule, den Dozierenden der Akademie für Hörakustik sowie den Prüferinnen und Prüfern gedankt. Ihr Engagement habe maßgeblich dazu beigetragen, die Absolventinnen und Absolventen auf die Anforderungen des Berufs vorzubereiten.
Nachwuchs bleibt unter Vor-Corona-Niveau
Trotz der hohen Zahl neuer Gesellinnen und Gesellen liegt der Abschlussjahrgang weiterhin unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie. Nach Angaben der Akademie für Hörakustik gab es 2019 rund 230 Absolventinnen und Absolventen mehr als heute. Als Gründe werden der demografische Wandel sowie die zunehmende Konkurrenz durch andere Ausbildungsberufe genannt.
Für die Hörakustik-Branche bleibt die Sicherung qualifizierter Nachwuchskräfte damit ein zentrales Thema. Angesichts einer alternden Bevölkerung und eines steigenden Bedarfs an Hörsystemversorgungen kommt der Gewinn neuer Fachkräfte eine wichtige Bedeutung für die langfristige Versorgung von Menschen mit Hörminderungen zu.