Mehr als 250 Führungskräfte, rund 80 Hersteller, 500 Gäste und Content Creator sowie 600 Mitarbeitende: ROTTLER hat seinen Vision Day 2026 am 18. April im Signal Iduna Park in Dortmund genutzt, um gleich mehrere Botschaften zu setzen. Das Arnsberger Familienunternehmen verknüpfte die interne Führungskräftetagung mit einer Branchenmesse und einer großen Jubiläumsfeier zum 80-jährigen Bestehen. Im Zentrum standen die Entwicklung seit der Gründung 1946, die aktuelle Expansion und die Frage, wie sich Augenoptik und Hörakustik unter dem Einfluss von Technologie, KI und verändertem Wettbewerb weiterentwickeln. Die Angaben zu Historie, Filialnetz und Jubiläumsjahr decken sich mit aktuellen Unternehmensveröffentlichungen und Branchenberichten.
Ein Jubiläum mit strategischer Botschaft
Auf der Bühne spannte Geschäftsführer Paul Rottler den Bogen von den Anfängen des Unternehmens bis zur heutigen Größe. „80 Jahre ROTTLER stehen für Kontinuität, Wandel und unternehmerischen Mut“, sagte er. Der Rückblick blieb dabei nicht bei der reinen Historie stehen. Vielmehr stellte Rottler die Haltung des Unternehmens in den Vordergrund: Anpassungsfähigkeit statt bloßer Skalierung. „Warum ist ROTTLER so erfolgreich? Weil wir nicht einfach den Status quo skalieren“, so Rottler.
Diese Botschaft passt zur Entwicklung des Unternehmens. ROTTLER wurde 1946 gegründet, eröffnete 1952 einen zweiten Standort in Neheim-Hüsten und stieg 1968 in die Hörakustik ein. Heute betreibt das Familienunternehmen nach eigenen Angaben mehr als 135 Standorte in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Süd-Niedersachsen und Schleswig-Holstein und zählt zu den größeren familiengeführten Filialisten der Branche.
Wachstum über Filialen, Übernahmen und Partnerschaften
Der Wachstumskurs der vergangenen Jahre war eines der beherrschenden Themen des Tages. Als wichtige Meilensteine gelten die Integration von Pleines Fashion Optik & Akustik im Jahr 2019, der Ausbau des Stammsitzes zur ROTTLER-Akademie, der 100. Standort 2022 sowie der Eintritt in den hessischen Markt durch die Integration von Heini Weber. Auch die strategische Partnerschaft mit Optiker Bode und die gemeinsame Übernahme von Edel Optics unterstreichen, dass ROTTLER Expansion nicht allein über organisches Wachstum denkt. Die Übernahme von Heini Weber und der Markteintritt in Hessen sind extern dokumentiert.
Für das Geschäftsjahr 2025 meldet das Unternehmen einen Umsatz von 106 Millionen Euro nach 96,6 Millionen Euro im Vorjahr, ein Plus von 9,7 Prozent. Hinzu kamen 20 neue Standorte. Diese Zahlen stammen aus der Unternehmenskommunikation und zeichnen das Bild eines Filialisten, der seine Marktposition in einem konsolidierenden Umfeld weiter ausbaut. Zugleich hatte ROTTLER seine Führung zuletzt neu aufgestellt: Laut Branchenmedien zog sich Peter Rottler nach mehr als fünf Jahrzehnten aus der Geschäftsführung zurück.
Vision Day als Branchentreff
Am Nachmittag wurde der Vision Day zur Plattform für den Austausch mit Industriepartnern. Rund 80 Hersteller aus Augenoptik und Hörakustik präsentierten Produkte, Innovationen und Trends. Damit bekam die Veranstaltung eine Funktion, die über das interne Jubiläum hinausgeht: Sie verbindet Unternehmenskultur, Markenpflege und Branchenvernetzung. „Es ist wichtig, dass wir nicht nur auf Trends reagieren, sondern aktiv an der Gestaltung der Zukunft mitwirken“, sagte Paul Rottler.
Blick nach vorn
Der Abend im Stil der 80er-Jahre setzte den emotionalen Schlusspunkt eines Tages, der bewusst Vergangenheit und Zukunft zusammenführte. Für ROTTLER ist das Jubiläum damit weniger Rückschau als Standortbestimmung: Das Unternehmen will weiter wachsen, seine Marke schärfen und zugleich die Rolle von Beratung, Service und Kundennähe im digitalen Wandel betonen. Gerade in Augenoptik und Hörakustik dürfte genau diese Verbindung aus Tradition, Skalierung und technologischer Offenheit darüber entscheiden, wie tragfähig das nächste Kapitel ausfällt.