Der Mailänder Hörgeräte-Konzern Amplifon verkauft seine Aktivitäten in Indien an Hearzap, einen etablierten Akteur auf dem indischen Markt. Dieser Schritt ist Teil des Effizienzprogramms „Fit4Growth“ und soll die Profitabilität des Konzerns deutlich steigern.
Was verkauft wird – und warum
Amplifon hat am 18. Mai 2026 den Verkauf seines indischen Geschäfts an Hearzap (Hearing Solutions Private Limited) vereinbart. Das Geschäft in Indien umfasst etwa 115 Fachgeschäfte und 460 Mitarbeiter. Trotz dieser Präsenz blieb der wirtschaftliche Erfolg aus. Mit einem Umsatz von rund 12 Millionen Euro im Jahr 2025 trug es kaum zum Konzernumsatz bei und belastete das Konzern-EBITDA negativ.
Fit4Growth: Der strategische Rahmen
Die Transaktion ist Teil einer umfassenden Neuausrichtung. Sie resultiert aus der strategischen Überprüfung der Amplifon-Geschäftsbereiche im Rahmen des Programms „Fit4Growth“.
Dieses Programm zielt darauf ab, das Portfolio zu straffen, Ressourcen auf profitablere Märkte zu lenken und die operative Marge zu stärken. Indien erwies sich als Kandidat für eine Abgabe: hohe Kosten, geringer Beitrag, negativer EBITDA-Effekt.
Positive Ergebniseffekte erwartet
Investoren sehen die Effekte positiv. Der Verkauf wird die bereinigte EBITDA-Marge des Konzerns verbessern, ohne wesentliche Sonderaufwendungen zu verursachen.
Der formale Abschluss wird in den kommenden Monaten erwartet.
Hearzap übernimmt einen strukturierten Marktauftritt
Hearzap ist bereits ein etablierter Akteur auf dem indischen Markt. Das Unternehmen übernimmt eine bestehende Infrastruktur – Fachgeschäfte, Personal, Prozesse – und kann seine Marktposition in Indien erheblich ausbauen.
Für den wachsenden indischen Hörakustikmarkt könnte diese Konsolidierung langfristig Marktanteile neu verteilen. Ob Hearzap die Standorte unter eigenem Namen weiterführt, bleibt offen.
Was das für Amplifon bedeutet
Amplifon konzentriert sich nun stärker auf Märkte mit klaren Skalierungsvorteilen. Das Indien-Engagement zeigte die Grenzen geografischer Expansion ohne ausreichende Profitabilität.
Ob weitere Märkte im Rahmen des Fit4Growth-Programms überprüft werden, bleibt unklar. Sicher ist: Der Konzern sortiert sein globales Portfolio konsequent und macht auch vor größeren Einheiten nicht Halt.