Ein aktuelles App-Update von GN Hearing führt bei bestimmten Smartphone- und Hörsystem-Kombinationen zu Verbindungsproblemen. Betroffen sind ausschließlich die App-Konnektivität und nicht die Hörsysteme selbst. Diese bleiben nach Unternehmensangaben technisch voll funktionsfähig. Einschränkungen zeigen sich lediglich bei der Steuerung per Smartphone – etwa beim Programmwechsel oder der Lautstärkeeinstellung.
Für Hörakustiker bedeutet das: erhöhter Beratungsbedarf im Service. Das Unternehmen hat seine Fachhandelspartner nun über die Hintergründe und geplante Maßnahmen informiert.
Android 8 bis 11: Probleme nach Update auf Version 1.43
Nach dem Update auf Version 1.43 kommt es in Einzelfällen zu Verbindungsabbrüchen oder vollständigen Kopplungsproblemen mit älteren Android-Smartphones. Betroffen sind Geräte mit den Betriebssystemversionen Android 8 bis 11 – in der Regel Modelle, die vor 2020 auf den Markt kamen.
In diesen Konstellationen lässt sich die App nach dem Update nicht mehr mit den Hörsystemen verbinden.
Reaktion des Herstellers
Um eine weitere Verbreitung des Problems zu verhindern, wurde die Version 1.43 für die genannten Android-Versionen vorübergehend aus dem Google Play Store entfernt. Nutzerinnen und Nutzer mit Android 8 bis 11 erhalten derzeit kein Update auf diese Version.
Als kurzfristige Lösung kommt – sofern vom Smartphone unterstützt – ein Update auf Android 12 infrage. In einzelnen Fällen konnte die Konnektivität dadurch wiederhergestellt werden. Parallel arbeitet das Unternehmen an einer korrigierten App-Version, die nach derzeitiger Planung ab Mitte März bereitgestellt werden soll.
Instabile iOS-Verbindung bei nicht streamingfähigen Hörsystemen
Ein zweites Problem betrifft bestimmte Hörsysteme ohne direktes Audio-Streaming in Verbindung mit iPhones unter iOS. Auch hier steht die App-Verbindung im Fokus.
Betroffen sind folgende Modelle:
In diesen Fällen berichten Anwender über instabile oder abbrechende App-Verbindungen. Klassische Maßnahmen wie Neuinstallation der App oder erneutes Koppeln der Hörsysteme führen nach aktuellem Kenntnisstand nicht zu einer dauerhaft stabilen Lösung.
Auch hier kündigt der Hersteller ein Software-Update für Mitte März an.
Firmware-Update: Nexia und Serene in Einzelfällen betroffen
Zusätzlich wurde ein technisches Problem im Zusammenhang mit einem Firmware-Update gemeldet. Nach Aktualisierung über die Anpasssoftware kann es vorkommen, dass sich ReSound Nexia und Beltone Serene nicht mehr mit der Anpasssoftware verbinden lassen oder nicht korrekt starten.
Der Fehler tritt nach derzeitigen Erkenntnissen dann auf, wenn in der Anpasssoftware die Frequenzkompression („Sound Shaper“) aktiviert ist.
Empfohlene Vorgehensweise in der Praxis
Das Unternehmen empfiehlt folgende Reihenfolge:
-
Firmware-Update zunächst überspringen
-
Sound Shaper (Frequenzkompression) deaktivieren
-
Anpass-Sitzung in die Hörsysteme speichern
-
Firmware-Update durchführen
-
Sound Shaper wieder aktivieren
Diese Vorgehensweise soll die fehlerhafte Initialisierung verhindern.
Hörsysteme selbst bleiben funktionsfähig
Wichtig für die Kommunikation mit Kundinnen und Kunden: Die gemeldeten Probleme betreffen ausschließlich die App-Steuerung oder die Verbindung zur Anpasssoftware. Die akustische Grundfunktion der Hörsysteme ist nicht eingeschränkt.
Für Betriebe bedeutet das dennoch zusätzlichen Aufwand – insbesondere bei technikaffinen Nutzerinnen und Nutzern, die die App-Bedienung regelmäßig einsetzen. Bis zur Bereitstellung der angekündigten Updates dürfte das Thema Konnektivität daher in vielen Servicegesprächen präsent bleiben.