Das Startup Legato aus Boston hat sein erstes Produkt vorgestellt: eine Brille namens Legato Frames, die KI-gestützte Hörunterstützung in den Bügeln trägt. Die Finanzierungsrunde über 12 Millionen US-Dollar führte Neotribe Ventures an, beteiligt waren zudem Listen und Village Global. Der Marktstart ist für diesen Herbst geplant.
Legato wurde 2024 gegründet, von Mehul Trivedi und Steve Romine. Trivedi leitete bei Bose die Entwicklung der Bose Frames, wechselte dann zu EssilorLuxottica, wo er den Bereich Smart Eyewear leitete und am Meta Ray-Ban mitwirkte. Romine führte bei Bose die Hörgeräte-Sparte und war anschließend Chief Operating Officer beim Hörgeräte-Anbieter Audicus.
Legato Frames integrieren patentierte Hörtechnologie in die Bügel gewöhnlicher Brillengestelle. Das Unternehmen hält vier erteilte Patente, weitere 20 sind angemeldet. Die Technik soll mit klassischen Hörgeräten mithalten können. Konkrete klinische Vergleichsdaten hat das Unternehmen bislang nicht veröffentlicht.
CEO Trivedi begründet den Ansatz mit der Zurückhaltung vieler Betroffener: Kosten, Unbequemlichkeit und Stigma hielten Menschen von klassischen Hörgeräten ab, so Trivedi. Legato positioniert Legato Frames deshalb bewusst als Lifestyle-Produkt, nicht als Medizingerät.
Einen konkreten Preis nennt Legato nicht. Die Brille soll einen Bruchteil dessen kosten, was klassische Hörgeräte kosten. Verkauft wird ab Herbst 2026 online über legatohearing.com sowie über ausgewählte Augenoptik-Anbieter in den USA.
Legato reiht sich in eine wachsende Zahl von Anbietern ein, die Hörunterstützung in Brillen verlegen. Die Nuance Audio Glasses von EssilorLuxottica erhielten bereits eine FDA-Zulassung und sind seit einigen Monaten in den USA erhältlich. Legato beziffert den globalen Hörgerätemarkt laut eigener Pressemitteilung auf 15 Milliarden US-Dollar.