Hier ist Dein Briefing für die KW11.

Das waren die wichtigsten Entwicklungen…

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TOP-THEMA

Amplifon wächst – doch die Margen sinken

Der weltweit größte Hörakustik-Filialist Amplifon steigert seinen Umsatz auf rund 2,4 Milliarden Euro. Doch der Wachstumskurs hat eine Schattenseite: Die Margen geraten unter Druck. Steigende Personalkosten, Marketingausgaben und Integrationskosten nach Übernahmen belasten die Profitabilität.

Mit dem Programm „Fit4Growth“ reagiert der Konzern und kündigt eine umfassende Effizienzoffensive an. Ziel ist es, Strukturen zu verschlanken und Kosten zu senken, ohne das Wachstum zu bremsen.

Für den Markt zeigt die Entwicklung eine klare Tendenz: Auch Branchenriesen müssen ihre Kostenbasis stärker kontrollieren. Wachstum allein reicht nicht mehr.

Warum das relevant ist:

Die Meldung zeigt einen strukturellen Wandel der Branche. Filialnetze wachsen weiter, doch gleichzeitig steigen Kosten für Personal, Marketing und Technologie. Für Wettbewerber bedeutet das: Der Kampf um Effizienz wird zum zentralen Faktor. Wer seine Prozesse nicht im Griff hat, verliert langfristig an Wettbewerbsfähigkeit und Marge. (sm)

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DIE WOCHE IM ÜBERBLICK

1. GN erweitert Super-Power-Portfolio
GN bringt neue Hörgeräte für Menschen mit hochgradigem Hörverlust auf den Markt und erweitert damit gezielt sein Angebot im leistungsstarken Super-Power-Segment. (sm)

2. Starkey erweitert G-Series AI
Starkey ergänzt seine Plattform um neue HdO-Bauformen, RIC-R-Modelle und Auracast-Konnektivität – und positioniert KI-basierte Funktionen stärker im Alltag von Hörgeräteträgern. (sm)

3. BVMed warnt vor KI-Doppelregulierung
Der Industrieverband BVMed fordert beim Einsatz von KI in Medizinprodukten klare regulatorische Prioritäten: Die MDR müsse Vorrang behalten, sonst drohten zusätzliche Belastungen für Hersteller. (sm)

4. Rottler setzt auf Expansion
Zum 80-jährigen Jubiläum setzt das Familienunternehmen Rottler verstärkt auf Expansion, Franchise-Modelle und Digitalisierung seiner Filialstrukturen. (sm)

5. Iffland Hören wird 70 Jahre
Vom einzelnen Fachgeschäft zum großen Netzwerk: Iffland Hören blickt auf 70 Jahre Unternehmensgeschichte und eine kontinuierliche Expansion im deutschen Hörakustikmarkt zurück. (sm)

6. MED-EL erhöht Akkulaufzeit
Mit neuen Pro- und Micro-Akkus steigert MED-EL beim SONNET-3-Audioprozessor die Laufzeit auf bis zu 23 Stunden – ein wichtiger Faktor für Nutzerkomfort. (sm)

7. Phonak gewinnt iF Design Award
Die Hörgeräte Infinio Ultra Sphere und Virto R Infinio von Phonak wurden mit dem iF Design Award 2026 ausgezeichnet. (sm)

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JOB DER WOCHE

NRW | Hörgeräte Ligmann GmbH: Hörakustiker (m/w/d)

—> Kostenlos Stellenanzeige veröffentlichen

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VIDEOS

—> Cochlear: Wie ein Cochlea-Implantat Leben verändert

—> MED-EL Hören mit einem Cochlea-Implantat

—> Bernafon: Zusammenarbeit mit Bernafon

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DEEP DIVE

Aufladen wird zum Wettbewerbsfaktor

Auf den ersten Blick wirkt die Frage banal: Wie wird ein Hörgerät geladen? Induktiv oder galvanisch. Doch hinter dieser technischen Entscheidung steckt eine Entwicklung, die zunehmend strategische Bedeutung bekommt.

Die zentrale Frage lautet: Wird Energieversorgung zum Differenzierungsmerkmal im Hörgerätemarkt?

Der Markt bewegt sich eindeutig in Richtung wiederaufladbarer Systeme. Einweg-Batterien verlieren an Bedeutung. Hersteller investieren massiv in Akkutechnologie, Ladeinfrastruktur und Energiemanagement. Gründe dafür gibt es mehrere.

Erstens: Komfort wird zum Verkaufsargument. Nutzer erwarten heute, dass ein Hörgerät den ganzen Tag durchhält – idealerweise länger. Wenn ein Audioprozessor oder Hörgerät 20 Stunden oder mehr Laufzeit bietet, verändert das den Alltag der Träger erheblich.

Zweitens: Neue Funktionen brauchen Energie. KI-Algorithmen, Bluetooth-Streaming, Auracast oder Sensorik erhöhen den Stromverbrauch. Je komplexer die Technik im Gerät, desto entscheidender wird die Energieversorgung.

Hier kommen die zwei dominierenden Ladeprinzipien ins Spiel.

Beim galvanischen Laden erfolgt die Energieübertragung über Kontaktpins. Das Verfahren ist technisch simpel, effizient und weit verbreitet. Nachteil: Kontakte können verschmutzen oder korrodieren.

Beim induktiven Laden wird Energie kontaktlos übertragen. Das ermöglicht geschlossene Gerätegehäuse, bessere Feuchtigkeitsresistenz und höhere Robustheit im Alltag. Allerdings ist die Technik komplexer und meist teurer.

Die Hersteller verfolgen unterschiedliche Strategien. Einige setzen weiterhin auf klassische Kontaktlösungen, andere investieren stärker in induktive Ladeplattformen.

Für Hörakustiker entsteht daraus eine neue Beratungsebene. Früher ging es primär um Klangqualität und Bauform. Heute spielen zusätzlich Ladegewohnheiten, Alltagsszenarien und Energieverbrauch eine Rolle.

Ein Beispiel: Nutzer mit starkem Streaming-Bedarf benötigen andere Akkukonzepte als klassische Hörgeräteträger. Auch Reisegewohnheiten oder Seh- und Motorikeinschränkungen beeinflussen die Wahl des Ladesystems.

Strategisch betrachtet zeigt sich hier ein Muster: Hardware-Details werden zu Wettbewerbselementen.

Nicht spektakulär, aber entscheidend für die Nutzererfahrung.

Die zentrale Erkenntnis:
Im Hörgerätemarkt verschiebt sich der Wettbewerb zunehmend auf Systemintegration. Nicht nur das Hörgerät selbst zählt – sondern das gesamte Ökosystem aus Akku, Ladegerät, Konnektivität und Software.

Für Branchenprofis bedeutet das:
Die Energieversorgung ist kein Nebenthema mehr. Sie ist Teil der Produktstrategie – und der Beratung im Fachgeschäft.

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BRANCHENINSIGHTS

1. Hören Männer und Frauen unterschiedlich?
Unterschiede in Hörwahrnehmung, Verarbeitung von Sprache und Lärm sowie mögliche Konsequenzen für Diagnostik und Anpassung von Hörsystemen. (hi)

2. Vitamin-D-Mangel und Tinnitus
Studie deutet auf möglichen Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und stärker ausgeprägtem Tinnitus hin – diskutiert werden physiologische und entzündliche Mechanismen. (mh)

3. Hörmanufaktur expandiert regional
Sechs Jahre nach Gründung wächst ein regionaler Hörakustikbetrieb mit mehreren Standorten in Schleswig-Holstein und setzt auf individuelle Anpassung und Kundennähe. (dr)

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‍ EXECUTIVE BRIEFING

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