Cochlear zahlt seinem Chef Dig Howitt für das Geschäftsjahr 2026 keinen kurzfristigen Bonus. Das geht aus dem Vergütungsbericht hervor, den der australische Hörimplantat-Hersteller am 18. August zusammen mit den Jahreszahlen veröffentlicht hat. Das Board begründet die Entscheidung ausdrücklich mit Howitts Verantwortung für die Gesamtergebnisse des Unternehmens einschließlich der Aktionärsrendite. Die positive Bewertung der strategischen Fortschritte änderte daran nichts: Das Board traf die Entscheidung über Howitts Bonus ausdrücklich unabhängig von seiner Bewertung der langfristigen Strategie.
Warum der Bonus trotz positiver strategischer Bewertung ausfiel
Cochlears Bonusprogramm bemisst sich zu einem Teil an finanziellen Zielen, zu einem Teil an strategischen Maßnahmen wie dem Nexa-Systemstart. Konzernweit bewertete das Board die Gesamtleistung mit 37,3 % des Ziels. Der Umsatz erreichte 94,1 % der Vorgabe, der bereinigte Gewinn von rund 322 Mio. AUD (197 Mio. EUR) blieb jedoch unter der Schwelle von 435 Mio. AUD, ab der bei dieser Kennzahl überhaupt ein Bonus fließt.
Auf dieser Basis stehen Finanzchefin Sarah Thom und Technikchef Jan Janssen jeweils rund 37 % ihres Bonusziels zu. 60 % davon werden im September in bar ausgezahlt, die übrigen 40 % werden in sogenannte Service Rights umgewandelt und grundsätzlich bis 2028 aufgeschoben.
Howitt dagegen geht komplett leer aus. Das Board entschied, ihm für FY26 keinen kurzfristigen Bonus zuzuteilen. Begründung laut Vergütungsbericht: Der CEO trage die Verantwortung für die Gesamtergebnisse des Unternehmens einschließlich der Aktionärsrendite.
Auch das langfristige Aktienprogramm zahlt in diesem Jahr nichts aus
Auch beim langfristigen Vergütungsprogramm gibt es für Howitt in diesem Jahr keine Auszahlung: Der FY23-LTI-Award mit der Performanceperiode von Juli 2022 bis Juni 2026 vestet zu 0 %, weil weder die relative Aktienperformance noch das Gewinnwachstum die erforderlichen Schwellenwerte erreichten.
In der ausgewiesenen Gesamtvergütung schlägt sich die schwache Performance deutlich nieder. Neben dem fehlenden Bonus wirkten sich auch negative buchhalterische Anpassungen bei der aktienbasierten Langfristvergütung aus, nachdem die erwartete Erreichung der Performancebedingungen neu bewertet worden war.
Dadurch sank Howitts nach Rechnungslegungsstandards ausgewiesene Gesamtvergütung um 57 % auf 1,99 Mio. AUD (1,22 Mio. EUR). Im Vorjahr waren es noch 4,63 Mio. AUD (2,83 Mio. EUR). Sein Grundgehalt liegt bei rund 1,95 Mio. AUD (1,19 Mio. EUR) und bleibt laut Board auch im kommenden Geschäftsjahr eingefroren. Gleiches gilt für die Honorare der nicht-geschäftsführenden Direktoren.
Für das kommende Geschäftsjahr kündigt Cochlear zudem einen zusätzlichen, leistungsabhängigen Vergütungsbaustein für leitende Führungskräfte an, der separat von den bestehenden Incentive-Programmen ausgestaltet wird. Howitt selbst ist von diesem zusätzlichen Programm laut Vergütungsbericht ausdrücklich ausgenommen.