Das finnische Unternehmen Deafmetal hat eine Seed-Finanzierungsrunde über 500.000 Euro gestartet und zugleich ein neues Audiology Clinic Program vorgestellt. Ziel ist die internationale Expansion und eine stärkere Einbindung von Hörakustik-Praxen in den Vertrieb.
Neue Strategie für Hörgeräte-Nutzung
Nach Angaben des Unternehmens nutzen laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) nur etwa 17 bis 20 Prozent der Menschen, die von Hörgeräten profitieren könnten, diese tatsächlich. Ein Grund sei die Stigmatisierung klassischer medizinischer Geräte.
Deafmetal setzt hier an und entwickelt Schmuck- und Sicherheitslösungen für Hörgeräte, die Funktionalität mit Design verbinden. Das Unternehmen wurde von der Designerin Jenni Ahtiainen gegründet und ist an der Schnittstelle von Hörgesundheit, Mode und Identität tätig.
Programm für Praxen ohne Lagerrisiko
Das neue Audiology Clinic Program richtet sich gezielt an Hörakustikerinnen und Hörakustiker. Praxen erhalten kuratierte Produktauswahlen, Schulungen sowie Marketingunterstützung. Ein zentrales Element: Die Teilnahme ist ohne eigenes Lagerrisiko möglich.
Bereits in einer Pilotphase mit 20 Kliniken habe das Programm laut Unternehmen zu einer höheren Akzeptanz und einem gesteigerten Selbstbewusstsein bei Patientinnen und Patienten im Umgang mit Hörgeräten geführt. Eine Ausweitung auf weitere Märkte ist für 2026 geplant.
Kapital für Wachstum und Internationalisierung
Mit der laufenden Finanzierungsrunde will Deafmetal seine globale Direktvertriebsplattform ausbauen, internationale Marketingkampagnen starten und das Klinikprogramm weltweit erweitern.
Das Unternehmen verkauft seine Produkte bereits in mehr als 30 Ländern über eigene Kanäle und ausgewählte Partner. Ergänzend wurde ein „Founders Club“ eingerichtet, der Investoren und Partnern eine Beteiligung am Wachstum ermöglicht.
Deafmetal wurde unter anderem im Victoria and Albert Museum in London präsentiert und von der Branchenorganisation BIHIMA als eine der bedeutendsten Entwicklungen im Hörgerätebereich ausgezeichnet.