Audika, KIND und zahlreiche regionale Marken: Wie der dänische Konzern seine Retail-Struktur in Deutschland organisiert

Der dänische Hörgeräte- und Hörakustik-Konzern Demant hat in den vergangenen Jahren sein Filialnetz im deutschen Hörakustikmarkt massiv ausgebaut. Neben global bekannten Herstellermarken wie Oticon, Bernafon oder Philips Hearing Solutions betreibt der Konzern auch ein wachsendes Netz eigener Hörakustik-Fachgeschäfte.

Besonders deutlich wird die Strategie bei der Analyse der Retailmarken und regionalen Markenauftritte. Sie zeigt: Ein großer Teil des Netzes tritt unter unterschiedlichen lokalen Namen auf – gehört jedoch organisatorisch zum selben Konzern.

Demants wichtigste Hörakustik-Ketten

Die Einzelhandelsstruktur von Demant basiert auf mehreren Ebenen: internationale Retailmarken, große nationale Ketten und zahlreiche regionale Fachgeschäftsmarken.

Audika – internationales Retailnetz

Die wichtigste Retailmarke des Konzerns ist Audika.

Die Kette betreibt Filialnetze in zahlreichen europäischen Ländern, darunter Frankreich, Italien, Spanien und Deutschland. In Deutschland fungiert die Audika GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main als zentrale Gesellschaft für viele Retailaktivitäten.

Unter der Marke Audika sowie über integrierte regionale Marken betreibt der Konzern mehrere hundert Hörakustik-Standorte.

KIND – größte Übernahme im deutschen Hörakustikmarkt

Mit der Übernahme der KIND-Gruppe im Jahr 2025 hat Demant seine Marktposition entscheidend ausgebaut.

Die traditionsreiche deutsche Hörakustikkette verfügt über rund 600 Filialen in Deutschland sowie weitere Standorte im Ausland.

Nach Abschluss der Transaktion gehört das gesamte Netzwerk wirtschaftlich zum Demant-Konzern – die Marke KIND soll jedoch weiterhin bestehen bleiben.

Weitere Marken innerhalb der Demant-Retailorganisation

Neben Audika und KIND betreibt oder integriert Demant in Deutschland eine Reihe regional etablierter Hörakustikmarken, darunter beispielsweise:

  • Ritter Hörgeräte
  • Moser Hörgeräte
  • Braun Hörgeräte
  • Hörgeräte Rünzel
  • FB Hörsysteme
  • Hörsysteme Stemmler
  • Schöner Hören Wiesbaden
  • OHRWERK Hörgeräte

Viele dieser Marken gehen auf Übernahmen regionaler Fachgeschäfte zurück. Häufig bleiben Name, Website und lokale Markenidentität erhalten, während die organisatorische Struktur zentralisiert wird.

Strategie: Lokale Marken bleiben, Struktur wird zentralisiert

Das Vorgehen folgt einem in der Branche bekannten Muster:

Lokale Hörakustikmarken bleiben im Markt sichtbar, weil sie oft eine starke regionale Bekanntheit besitzen. Gleichzeitig werden Verwaltung, Einkauf und strategische Steuerung zentralisiert.

Typische Merkmale dieser Strategie sind:

  • lokale Marken und Websites bleiben bestehen
  • Geschäftsführung und Verwaltung werden konsolidiert

Für Verbraucher wirkt das Netzwerk damit wie eine Vielzahl unabhängiger Fachgeschäfte, obwohl es organisatorisch zu einem Konzern gehört.

Marktstruktur: Demant wird größter Hörakustik-Retailer

Vor der KIND-Übernahme verfügte Demant in Deutschland über rund 350 Fachgeschäfte, vor allem über Audika und integrierte regionale Marken.

Mit der Integration von KIND entsteht ein Netzwerk von etwa 900 bis 1.000 Filialen.

Das macht Demant zum größten Hörakustik-Einzelhändler Deutschlands – noch vor anderen international tätigen Gruppen.

Ein zunehmend konsolidierter Markt

Die Entwicklung zeigt, wie stark sich der deutsche Hörakustikmarkt verändert.

Internationale Konzerne bauen große Filialnetze auf, häufig durch Übernahmen regionaler Fachgeschäfte. Gleichzeitig bleibt die lokale Markenidentität vieler Betriebe erhalten.

Gerade deshalb lässt sich die tatsächliche Konzernstruktur im Markt erst auf den zweiten Blick erkennen.