Die dänische Demant-Gruppe, Muttergesellschaft unter anderem von Oticon und Bernafon, hat eine Vereinbarung zum Verkauf ihres Headset-Geschäfts EPOS an ACCO Brands unterzeichnet. Der Kaufpreis beläuft sich auf 7 Millionen Euro, zuzüglich möglicher erfolgsabhängiger Zahlungen von bis zu 3 Millionen Euro. Der Abschluss der Transaktion steht noch unter den üblichen Vorbehaltsbedingungen und wird für Januar 2026 erwartet.

Nach Angaben von Demant ist die Entscheidung das Ergebnis einer strategischen Überprüfung des Geschäftsbereichs „Communications“. Dabei kam der Konzern zu dem Schluss, dass EPOS unter einem anderen Eigentümer bessere Entwicklungsmöglichkeiten habe.

Abschluss einer mehrjährigen Portfolio-Bereinigung

Mit dem Verkauf von EPOS schließt Demant einen mehrjährigen Prozess zur Fokussierung auf das Kerngeschäft rund um Hörsysteme, Hörakustik-Filialen und audiologische Diagnostik ab. Bereits in den vergangenen Jahren hatte sich das Unternehmen schrittweise von Aktivitäten außerhalb dieses Kernbereichs getrennt.

Im Mai 2024 veräußerte Demant sein Cochlea-Implantat-Geschäft an Cochlear Ltd., nachdem eine geplante Übernahme der Ponto-Knochenleitungssysteme (BAHS) durch Cochlear von der britischen Wettbewerbsbehörde untersagt worden war. Der Verkauf der CI-Sparte erfolgte zu einem symbolischen Kaufpreis.

2025 folgte eine Vereinbarung über den Verkauf der BAHS-Systeme von Oticon Medical an die Private-Equity-Gesellschaft Impilo. Demant bezifferte die vertraglich vereinbarten Gesamtgegenleistungen in diesem Zusammenhang auf bis zu 600 Millionen Dänische Kronen (rund 94 Millionen US-Dollar), einschließlich Übergangsleistungen zur Verselbstständigung des Geschäfts.

Strategische Neuausrichtung abgeschlossen

Demant-CEO Søren Nielsen bezeichnete den EPOS-Verkauf als letzten wesentlichen Schritt der strategischen Neuausrichtung. Zugleich dankte er den Mitarbeitenden von EPOS für ihr Engagement während des Trennungsprozesses und äußerte die Erwartung, dass ACCO Brands ein geeigneter neuer Eigentümer sei.

Nach Abschluss der Desinvestitionen konzentriert sich Demants Portfolio nun vollständig auf Hörsysteme, Hörakustik-Filialnetze und Diagnostiklösungen. Parallel dazu hat der Konzern seine Marktposition im Hörakustik-Einzelhandel durch gezielte Akquisitionen ausgebaut, darunter die Übernahme der chinesischen ShengWang-Kette im Jahr 2022 sowie der jüngst abgeschlossene Erwerb des deutschen Hörakustikunternehmens KIND. Branchenbeobachter schätzen Demant damit aktuell als zweitgrößten Hörsysteme-Händler weltweit ein, hinter Amplifon.

Finanzielle Auswirkungen

Demant teilte außerdem mit, dass nach Abschluss der EPOS-Transaktion keine finanziellen Auswirkungen aus aufgegebenen Geschäftsbereichen für das Geschäftsjahr 2026 erwartet werden. Die Prognose für das Jahr 2025 wurde entsprechend angepasst.