Die italienische Investmentbank Equita rechnet bei Amplifon mit einem soliden dritten Quartal und einer deutlichen Verbesserung der Marge. Die Analysten bestätigen ihre Kaufempfehlung für die Aktie und setzen das Kursziel bei 14 Euro an. Die Quartalszahlen selbst liegen noch nicht vor.
Analysten sehen bessere Marktbedingungen
Equita erwartet für das dritte Quartal solides organisches Wachstum und eine deutliche Margenausweitung. Nach Einschätzung der Analysten zeigen sich auch im Hörgerätemarkt verbesserte Rahmenbedingungen. Als Gründe nennt Equita unter anderem technologische Fortschritte sowie eine Normalisierung des Verbraucherverhaltens.
Die Einschätzung ist eine Analystenprognose. Amplifon hat noch keine Geschäftszahlen für das dritte Quartal veröffentlicht. Das Unternehmen will die Ergebnisse am 29. Oktober 2026 vorlegen.
Equita geht davon aus, dass Amplifon den positiven Trend aus dem zweiten Quartal fortsetzen könnte. Nach Einschätzung der Analysten würde dies die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass der Konzern seine Finanzziele für 2026 erreicht.
An der Mailänder Börse reagierte die Aktie deutlich: Am 28. September schloss Amplifon bei 12,12 Euro, ein Plus von rund 6,1 Prozent gegenüber dem vorherigen Handelstag.
Equita stuft Aktie auf „Buy“
Bereits am 18. September 2026 hatte Equita seine Einstufung für Amplifon von „Hold“ auf „Buy“ angehoben. Das Kursziel liegt bei 14 Euro. Im Juni hatte das Analysehaus die Aktie zuvor von „Buy“ auf „Hold“ zurückgestuft.
Die aktuelle Einschätzung folgt auf eine verbesserte Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal. Amplifon erzielte dort ein organisches Wachstum von 4,7 Prozent – nach Angaben des Unternehmens der höchste Wert seit zwei Jahren. Die bereinigte EBITDA-Marge verbesserte sich um 0,9 Prozentpunkte.
Für das Gesamtjahr hält Amplifon an seiner Prognose von mehr als 3 Prozent organischem Wachstum und einer Verbesserung der bereinigten EBITDA-Marge um rund einen Prozentpunkt fest.
Geplante GN-Hearing-Übernahme fließt in Bewertung ein
In seine Bewertung bezieht Equita auch die geplante Übernahme von GN Hearing ein. Amplifon hatte im März 2026 einen verbindlichen Kaufvertrag für das Hörgerätegeschäft unterzeichnet. Der Vollzug der Transaktion wird bis Ende 2026 erwartet und steht noch unter anderem unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen.
Equita verweist zudem darauf, dass Amplifon derzeit mit einem deutlichen Bewertungsabschlag gegenüber Demant gehandelt werde. Nach Einschätzung der Analysten könnte sich dieser Abstand nach einem erfolgreichen Abschluss und einer Integration von GN Hearing verringern.
Für die Hörakustikbranche ist die Entwicklung vor allem deshalb relevant, weil Amplifon zu den weltweit größten Anbietern im Hearing-Care-Einzelhandel zählt. Die weitere Geschäftsentwicklung des Konzerns und die geplante GN-Hearing-Transaktion gehören damit zu den Faktoren, die die Wettbewerbs- und Vertriebsstrukturen im internationalen Hörgerätemarkt beeinflussen können.