Der 70. Eurovision Song Contest in Wien soll 2026 deutlich barriereärmer werden. Geplant sind unter anderem Untertitel, Audiodeskription, Gebärdensprach-Interpretation, Vibrationswesten sowie Induktions- und Auracast-Systeme in der Wiener Stadthalle.
Was im Saal konkret geplant ist
In der Wiener Stadthalle sollen alle drei TV-Shows, also die beiden Halbfinals und das Finale, mit Untertitelung, Audiodeskription und Gebärdensprach-Interpretation begleitet werden. Der österreichische Host Broadcaster ORF will zudem Gebärdensprach-Performances für alle 35 teilnehmenden Songs umsetzen. Diese werden von einer internationalen Gruppe gehörloser Performerinnen und Performer gestaltet und den teilnehmenden EBU-Mitgliedern zur Ausstrahlung auf barrierefreien Plattformen angeboten.
Für Besucherinnen und Besucher vor Ort sind barrierefreie Sitzplätze, Zugang für Assistenzhunde, Freiwilligendienste und ruhigere Rückzugsbereiche vorgesehen. Für Menschen mit Hörbeeinträchtigung nennt die Quelle besonders Vibrationswesten, mit denen Musik über Bass und Rhythmus körperlich erfahrbar werden soll. Ergänzend sind Induktionssysteme, Auracast-Systeme, Gehörschutz, lichtfilternde Hilfen und weitere sensorische Unterstützungen geplant.
Zugang per Smartphone ohne App
Ein weiteres Element ist Accessify.Live. Das KI-basierte System soll Barrierefreiheitsdienste per QR-Code direkt auf Smartphones bringen. Genannt werden Live-Untertitel in Deutsch und Englisch, Audiodeskription, Gebärdensprach-Interpretation und Hörunterstützung. Nach Angaben der Eurovision-Seite ist dafür kein Download und keine App erforderlich.
Barrierefreiheit auch außerhalb der Halle
Auch in der Stadt sollen Angebote ausgebaut werden. Im Eurovision Village am Wiener Rathausplatz ist ein eigener Bildschirm mit Gebärdensprach-Interpretation vorgesehen. Hinzu kommen Rollstuhlplattformen, Induktionsschleifen, Vor-Ort-Unterstützung, Ruhezonen und zusätzliche Assistenz. Im Euroclub im Praterdome sind stufenfreie Zugänge zu zentralen Bereichen, barrierefreie Einrichtungen und ein Bühnenbereich geplant, der Bassvibrationen stärker erlebbar machen soll.
Nachhaltigkeit als zweiter Schwerpunkt
Neben Barrierefreiheit nennt die Quelle Nachhaltigkeit als Schwerpunkt. Der ORF strebt Zertifizierungen als Green Event und Green Producing nach dem Österreichischen Umweltzeichen an. Geplant sind LED- und Laserlichttechnik, weniger Transportemissionen durch Bahnreisen, regionales, saisonales und biologisches Catering, Mehrwegbecher und weniger gedruckte Materialien. Ein gemeinsamer Nachhaltigkeitsbericht von ORF und Stadt Wien soll nach der Veranstaltung erscheinen.