Die Schweizer Optik- und Hörakustikkette Misenso AG hat am Freitag, 10. Juli 2026, Konkurs angemeldet und den Betrieb per sofort eingestellt. Betroffen sind alle 18 verbliebenen Filialen in der Schweiz und rund 140 Mitarbeitende. Das bestätigte der österreichische Mutterkonzern Neuroth gegenüber Medien.

Misenso wurde 2020 von der Migros gegründet und 2024 im Zuge von deren Fokussierungsstrategie an die österreichische Hörakustik-Gruppe Neuroth verkauft. Schwarze Zahlen schrieb das Unternehmen nach Angaben von Neuroth-Mediensprecher Thomas Huber zu keinem Zeitpunkt. Weder Strategieanpassungen noch ein neues Management noch die Reduzierung des Filialnetzes hätten daran etwas geändert. „Das Unternehmen ist überschuldet, dieser Schritt war daher unvermeidbar“, so Huber.

Bereits im September 2025 hatte Misenso 11 Filialen geschlossen, 63 Mitarbeitende verloren damals ihre Stelle. Zuvor, im Februar 2025, hatte das Unternehmen noch 28 Standorte in der Schweiz. Die verbleibenden 18 Standorte sollten eigentlich gestärkt und gezielt weiterentwickelt werden. Noch im Februar 2025 hatte Neuroth-CEO Lukas Schinko gegenüber der Nachrichtenagentur AWP angekündigt, das Misenso-Netz langfristig auf 40 bis 50 Filialen ausbauen zu wollen. Stattdessen folgt nun der vollständige Konkurs.

Kundinnen und Kunden standen am Freitagmorgen unangekündigt vor verschlossenen Türen, Termine wurden abgesagt, die Hotline verwies nur noch auf eine Bandansage. Nach Angaben von Neuroth wurden Mitarbeitende, Kundschaft und Geschäftspartner mittlerweile informiert. Was mit laufenden Bestellungen, Reparaturen und Garantiefällen geschieht, ist derzeit offen. Die Verfügungsgewalt liegt nun beim zuständigen Konkursamt.

Auf die übrigen Tochtergesellschaften der Neuroth-Gruppe habe der Konkurs laut Unternehmensangaben keine Auswirkungen.