Die aktuelle Berufsbildungsstatistik zum Hörakustiker-Handwerk zeigt zwei Kurven, die in völlig unterschiedliche Richtungen laufen: Bei der einen Prüfungsart liegt der Wert 2025 deutlich über dem von 1998, bei der anderen ist er in den vergangenen Jahren spürbar gesunken. Wir haben die Zahlen seit 1998 ausgewertet und zeigen, was hinter der gegenläufigen Entwicklung steckt und was sie für Betriebe in der aktuellen Fachkräftesituation bedeutet.
Meisterprüfungen: fast 10.000 seit 1998
Zwischen 1998 und 2025 haben insgesamt 9.898 Personen die Meisterprüfung im Hörakustiker-Handwerk bestanden. Allein 2025 waren es 447 Prüfungen, 26 mehr als im Vorjahr, ein Plus von 6,2 %.
1998 verzeichnete die ZDH-Statistik noch 158 bestandene Meisterprüfungen. Bis 2010 stieg die Zahl auf 449 und lag seitdem meist über der 400er-Marke. Ihren bisherigen Höchststand erreichte sie 2023 mit 489 bestandenen Prüfungen. 2024 fiel der Wert auf 421, 2025 stieg er wieder auf 447.
Bestandene Gesellen- und Meisterprüfungen im Hörakustiker-Handwerk (1998–2025)
Bei den Gesellen sinkt die Zahl
Bei den Gesellenprüfungen läuft es umgekehrt: 2025 bestanden 641 Personen die Prüfung, 15 weniger als 2024, ein Minus von 2,3 %. Seit 1998 haben insgesamt 16.872 Personen die Gesellenprüfung im Hörakustiker-Handwerk bestanden. Die höchsten Jahreswerte meldete die Statistik 2018 und 2022 mit jeweils 933 bestandenen Prüfungen.
Was die Zahlen mit dem Fachkräftemangel zu tun haben
Der jüngste Anstieg bei den Meisterprüfungen (2025 gegenüber 2024) fällt in eine Zeit, in der der Branche spürbar Personal fehlt. Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) hat die Lage für 2025 ausgewertet, auf Basis von Daten der Bundesagentur für Arbeit und der IAB-Stellenerhebung. Ergebnis: Bundesweit kamen im Jahresdurchschnitt auf 1.113 offene Stellen in der Hörgeräteakustik nur 235 Arbeitslose, eine Engpassrelation von 21 Arbeitslosen je 100 offene Stellen. Daraus ergibt sich laut KOFA eine Fachkräftelücke von 907 Stellen. Ob und wie sich das auf die Zahl künftiger Meisterprüfungen auswirkt, lässt sich aus den ZDH-Daten allein nicht ablesen.
Quelle: Berufsbildungsstatistik des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH); Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA), Jahresdurchschnitt 2025.