Die Fielmann-Gruppe will ihr Hörakustikgeschäft deutlich ausbauen. Im Geschäftsbericht 2025 beziffert der Hamburger Konzern den Umsatz in diesem Bereich auf rund 150 Mio. Euro und peilt bis 2030 rund 350 Mio. Euro an. Dafür soll die Zahl der Hörakustikstudios in Europa organisch von etwa 450 auf mehr als 700 Standorte steigen.

Rekordjahr liefert finanziellen Rückenwind

Fielmann geht mit starken Zahlen in diese Ausbauphase. Der Konzernumsatz stieg 2025 auf 2,435 Mrd. Euro, ein Plus von 7,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das bereinigte EBITDA legte um 18 Prozent auf 580,6 Mio. Euro zu, die bereinigte EBITDA-Marge erreichte 23,8 Prozent. Der Gewinn nach Steuern stieg um 33 Prozent auf 205,5 Mio. Euro. Auch die Zahl der Niederlassungen wuchs auf 1.262.

Für Fielmann ist die Hörakustik damit kein Randgeschäft mehr. Im Geschäftsbericht wird sie neben Augenoptik, Augenvorsorge und medizinischen Dienstleistungen als eigener Wachstumstreiber der neuen „Vision 2035“ geführt. Seit 2024 sei die Hörakustik als Geschäftsbereich etabliert, heißt es im Bericht. Der Konzern plant eine Skalierung in ganz Europa.

Absatz von Hörsystemen wächst zweistellig

Operativ zeigt sich bereits Bewegung. 2025 verkaufte Fielmann mehr als 142.000 Hörsysteme, nach 128.000 im Vorjahr. Das entspricht einem Zuwachs von 10,9 Prozent. Damit wächst der Bereich stärker als der Brillenabsatz, der 2025 um 1,9 Prozent auf 9,5 Mio. Brillen zulegte.

Der Konzern verknüpft die Expansion mit einem breiteren Gesundheitsangebot. Die strategische Leitlinie lautet: „Als verlässlichster Partner setzen wir weltweit neue Maßstäbe in der Versorgung rund um gutes Hören und Sehen.“ Dieses Zitat aus der Vision 2035 markiert den Anspruch, Fielmann langfristig über die klassische Augenoptik hinaus zu positionieren.

Die Fielmann-Gruppe hat ihr Hörakustikgeschäft 2025 ausgebaut: Der Umsatz der Warengruppe stieg auf 152,994 Mio. Euro, die Zahl der verkauften Hörsysteme auf über 142.000. Bis 2030 soll der Bereich deutlich größer werden.

Markt bietet Potenzial, bleibt aber anspruchsvoll

Der europäische Hörakustikmarkt wird im Geschäftsbericht mit rund 7 Mio. verkauften Hörsystemen und etwa 6 Mrd. Euro Umsatz für 2024 beschrieben. Gleichzeitig verweist Fielmann auf rund 50 Mio. Menschen in Europa, die ein Hörsystem benötigen, aber noch keines tragen.

Auch der deutsche Markt zeigt die strukturelle Relevanz des Themas. Nach Angaben der Akademie für Hörakustik wurden 2024 bundesweit rund 1,7 Mio. Hörsysteme angepasst, der geschätzte Branchenumsatz lag bei 2,3 Mrd. Euro. Rund 19.900 Hörakustiker arbeiten demnach in mehr als 7.500 Fachgeschäften. Der BVHI meldete für 2024 zudem 1,683 Mio. an den Fachhandel abgesetzte Hörgeräte, ein Plus von 4,5 Prozent.

2026 wird zur Investitionsphase

Kurzfristig kalkuliert Fielmann mit höheren Vorlaufkosten. Für 2026 erwartet der Konzern ein Umsatzwachstum von 5 bis 7 Prozent auf 2,55 bis 2,60 Mrd. Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge soll wegen zusätzlicher Investitionen bei rund 23 Prozent liegen. Geplant sind mehr als 200 Mio. Euro für Omnichannel-Netz, Standorte, Infrastruktur sowie Produktions- und Logistikkapazitäten.

Damit wird die Hörakustik für Fielmann zu einem Prüfstein der nächsten Strategiephase: Gelingt die Skalierung, könnte das Unternehmen seine Rolle im Gesundheitsmarkt spürbar ausweiten. Für den Fachhandel bedeutet das zugleich: Der Wettbewerb um Standorte, Fachkräfte und Kundenzugang dürfte weiter zunehmen.

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