Die FinanzKommission Gesundheit (FKG) hat ein Maßnahmenpaket zur Stabilisierung der Beitragssätze ab 2027 vorgestellt. Die Bundesinnung der Hörakustiker (biha) kritisiert zentrale Vorschläge und fordert den Erhalt der Versorgungsqualität.

Festbeträge im Fokus der Reform

Die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken eingesetzte Kommission präsentierte am 1. April 2026 insgesamt 66 Empfehlungen. Ziel ist eine nachhaltige Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherungsbeiträge.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Modifikation von Festbeträgen für Hilfsmittel. Diese definieren Höchstpreise, die von Krankenkassen unterschritten, jedoch nicht überschritten werden dürfen. Nach den Vorschlägen der FKG sollen Krankenkassen weiterhin eigenständig diese Beträge kalkulieren und festlegen.

Das Bundessozialgericht hatte diese Praxis bereits kritisiert, da es sich bei den Kalkulationsgrundlagen nicht um echte Marktpreise handelt.

Kritik an geplanter Rückkehr zu Ausschreibungen

Zudem empfiehlt die Kommission, Ausschreibungen für Hilfsmittel wieder einzuführen. Die biha sieht darin Risiken für die Versorgungsqualität. In der Vergangenheit hätten Ausschreibungen vor allem den Preis in den Mittelpunkt gestellt, nicht jedoch den Wettbewerb verbessert.

Nach Angaben der Organisation seien insbesondere Hörsystemversorgungen nicht für Ausschreibungsverfahren geeignet. Diese erforderten eine individuelle Anpassung sowie einen hohen Beratungsaufwand.

biha-Präsident Eberhard Schmidt betont, dass Leistungserbringer leistungsgerecht entlohnt werden müssten. Vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft steige zudem der Bedarf an hochwertigen Hilfsmitteln.

Gesetzgebung vor der Sommerpause geplant

Welche der Empfehlungen tatsächlich umgesetzt werden, ist noch offen. Ein entsprechendes Gesetz zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen soll voraussichtlich noch vor der Sommerpause 2026 im Kabinett beraten werden.