Für viele Menschen ist Essen weit mehr als reine Nahrungsaufnahme – es ist ein Erlebnis für alle Sinne. Während die Optik nach dem bekannten Sprichwort „Das Auge isst mit“ häufig im Vordergrund steht, zeigen Studien, dass auch die Akustik einen entscheidenden Einfluss auf die Wahrnehmung von Speisen hat.
Essen als Ohrenschmaus
„Essen ist ein multisensorisches Erlebnis, bei dem auch der Hörsinn eine Rolle spielt. Wer beispielsweise in einen frischen Apfel oder eine knackige Karotte beißt, hört das Geräusch beim Kauen und verbindet es automatisch mit Frische und Qualität“, erklärt Eberhard Schmidt, Präsident der Bundesinnung der Hörakustiker (biha).
Das gilt auch für Snacks: Chips werden meist als besonders lecker empfunden, wenn sie beim Kauen knusprig klingen. Fehlt dieser typische Crunch, wirkt das Produkt schnell fade und wenig ansprechend.
Doch nicht alle Geräusche wirken positiv. Während manche Menschen das Schmatzen oder Schlürfen anderer als appetitanregend empfinden, reagieren andere empfindlich darauf. Insbesondere Personen mit Misophonie (Geräuschüberempfindlichkeit) fühlen sich durch Essgeräusche gestört.
Gutes Gehör für mehr Genuss
Wenn das Gehör nachlässt – sei es altersbedingt oder durch eine Schädigung – können wichtige Sinneseindrücke verloren gehen. Dadurch nimmt man viele alltägliche Geräusche nicht mehr in ihrer Intensität wahr. „Auch der Essgenuss kann darunter leiden“, so Schmidt.