Das österreichische Familienunternehmen Hartlauer hat in Graz einen neuen Fertigungsstandort für Hörgeräte eröffnet. Das Unternehmen investierte 2,5 Millionen Euro in den Ausbau der Produktion und bündelt dort künftig die Herstellung individueller Hörakustikprodukte für sein Filialnetz. Rund 50 Beschäftigte arbeiten an dem neuen Standort.
Fokus auf individuelle Hörsysteme
Die neue Fertigung befindet sich in der Ankerstraße in Graz und wurde am 23. Juni 2026 offiziell eröffnet. Auf rund 1.500 Quadratmetern entstehen künftig maßgefertigte Otoplastiken, Im-Ohr-Hörgeräte sowie individueller Gehörschutz. Zum Einsatz kommen digitale Fertigungsverfahren wie 3D-Scan und 3D-Druck.
Nach Unternehmensangaben verfügt die Fertigung über eine Jahreskapazität von bis zu 170.000 Hörgeräten. Bis Ende 2026 sollen am neuen Standort mehr als 30.000 Otoplastiken produziert werden. Die Produkte sind für die österreichweiten Hartlauer-Hörstudios bestimmt.
Investition in den Hörakustikbereich
Mit der Eröffnung setzt Hartlauer den strategischen Ausbau seines Geschäftsbereichs Hörakustik fort. Das Unternehmen war bislang bereits mit einer Hörgerätefertigung in Graz vertreten, hatte jedoch aufgrund des Wachstums größere Räumlichkeiten benötigt. Dafür wurde ein bestehendes Gebäude langfristig angemietet und modernisiert.
Geschäftsführer Robert F. Hartlauer bezeichnete die Investition als Bekenntnis zum Produktionsstandort Österreich. Nach Unternehmensangaben soll die Fertigung die steigende Nachfrage nach individuell angepassten Hörsystemen unterstützen. Hintergrund ist unter anderem der demografische Wandel und der damit wachsende Bedarf an Hörversorgung.
Bedeutung für den Standort Graz
Bei der Eröffnung nahmen Vertreter der Stadt Graz und des Landes Steiermark teil. Die neue Fertigung gilt nach Angaben des Unternehmens als eine der modernsten Anlagen ihrer Art in Europa. Für den Wirtschaftsstandort Graz bedeutet die Investition den Ausbau eines bereits seit rund 27 Jahren bestehenden Produktionsstandorts von Hartlauer.
Mit der neuen Fertigung stärkt das Unternehmen seine vertikale Wertschöpfung in der Hörakustik und setzt weiterhin auf die Herstellung individuell angepasster Hörlösungen in Österreich. Grundlage der Produktion bleiben digitale Fertigungsprozesse und handwerkliche Endbearbeitung, um die passgenaue Versorgung der Kundinnen und Kunden sicherzustellen.