Die Verbraucherpreise in Deutschland ziehen seit Monaten spürbar an. Eine Warengruppe bewegt sich seit über einem Jahr in die entgegengesetzte Richtung: Hörhilfen. Wie groß der Abstand zur allgemeinen Teuerung inzwischen geworden ist, wann die Entwicklung ihren Tiefpunkt erreichte und was das für die Hörakustik-Branche bedeuten könnte, zeigen die aktuellen Zahlen.

Der Verlauf im Detail

Der Preisindex für Hörhilfen ist von Juli 2025 bis Juli 2026 von 108,5 auf 106,4 Punkte gefallen, ein Rückgang um 1,9 %. Der allgemeine Verbraucherpreisindex (VPI) stieg im selben Zeitraum auf 125,6 Punkte, ein Plus von 2,8 %. Das zeigen die monatlichen Preisindizes des Statistischen Bundesamts (Destatis), Basisjahr 2020 = 100.

Der Hörhilfen-Index startete im Juli 2025 bei 108,5 Punkten und gab in den folgenden Monaten schrittweise nach: 107,6 im August, 106,8 im September. Anfang 2026 pendelte er zwischen 106,8 und 107,5. Im Mai 2026 erreichte er mit 106,0 Punkten seinen niedrigsten Stand. Bis Juli 2026 kletterte er wieder leicht auf 106,4 Punkte, blieb damit aber unter dem Wert vom Vorjahresmonat.

Der VPI lief in die andere Richtung. Von 122,2 Punkten im Juli 2025 stieg er fast durchgehend, mit einem deutlichen Sprung im März 2026 auf 124,5 Punkte. Im Juli 2026 erreichte er seinen höchsten Wert im gesamten Zeitraum.

STATISTISCHES BUNDESAMT (DESTATIS)

Preisentwicklung Hörhilfen im Vergleich

Brillen & Kontaktlinsen
Hörhilfen
Verbraucherpreisindex (gesamt)


4,7 Prozentpunkte auseinander

Die Preise für Hörhilfen und die allgemeine Teuerung laufen damit 4,7 Prozentpunkte auseinander: Die Verbraucherpreise legten um 2,8 % zu, die Preise für Hörhilfen gaben um 1,9 % nach. Real, nach Abzug der Inflation, sind Hörhilfen also günstiger geworden.

Warum das so ist, sagen die Zahlen nicht. Ob Wettbewerbsdruck oder die Erstattungspraxis der Kassen eine Rolle spielen, lässt sich aus den Preisindizes allein nicht ablesen.