Ab dem 2. März 2026 passt die Hörluchs GmbH ihren Bestellprozess für SE-Otoplastiken im Onlineshop an. Ziel ist eine schlankere Abwicklung bei anatomisch anspruchsvollen Gehörgängen – ohne zusätzliche Rückfragen oder Freigabeschleifen.
Kern der Änderung: Bei Bestellungen mit UNIRIC-Anbindung wird künftig automatisiert geprüft, ob die gewählte Hülse technisch realisierbar ist. Ist der Platz im Gehörgang begrenzt, setzt das System zunächst auf den neuen SMART SLEEVE. Reicht auch dessen Geometrie nicht aus, erfolgt automatisch ein Materialwechsel auf THERMOtec – ohne Mehrkosten für den Betrieb.
SMART SLEEVE statt SMART SOCKET
Nach Angaben des Herstellers verfügt der SMART SLEEVE über eine optimierte Geometrie gegenüber der bisherigen SMART SOCKET. Ziel ist es, Ex-Hörer auch in schmalen oder komplex geformten Gehörgängen unterzubringen. Das betrifft vor allem Versorgungen, bei denen bislang Material- oder Hülsenwechsel zu zeitintensiven Abstimmungen führten.
Solche Rückfragen sind im Alltag kein Randphänomen. Gerade bei engen oder stark gekrümmten Gehörgängen kommt es regelmäßig zu Anpassungen im Laborprozess – mit entsprechenden Verzögerungen. Der neue Ablauf soll diese Schleifen verkürzen.
Automatischer Wechsel auf THERMOtec
Ist auch der SMART SLEEVE technisch nicht umsetzbar, stellt das System automatisch auf THERMOtec um. Laut Hörluchs wird dieses Material bereits heute in vielen Fällen bei komplexen anatomischen Voraussetzungen eingesetzt. Durch die neue Shop-Funktion wird diese Praxis nun standardisiert in den digitalen Bestellprozess integriert.
Für Hörakustiker bedeutet das: weniger Abstimmung per Telefon oder Mail, mehr Planungssicherheit im Terminbuch. Voraussetzung ist, dass die entsprechende Option im Onlineshop aktiv gewählt wird. Dann erfolgt der Materialwechsel im Bedarfsfall automatisch – ohne zusätzliche Freigabe.
Klare Prozesse statt Nachverhandlung
„Unser Ziel ist es, Versorgungen so vorhersehbar wie möglich zu gestalten. Mit dem automatischen Materialwechsel vermeiden wir unnötige Wartezeiten und erhöhen die Planungssicherheit“, sagt Felix Kerscher, Abteilungsleiter Audiologie bei Hörluchs.
Die Maßnahme folgt einem Trend, der sich seit Jahren abzeichnet: Prozesse in der Otoplastikfertigung werden digitaler, Entscheidungswege kürzer. Für Betriebe mit hohem Anpassvolumen kann das im Alltag spürbar Zeit sparen. ⏱️
Ob sich der neue Ablauf in der Praxis bewährt, wird sich zeigen. Klar ist: Jede vermiedene Rückfrage entlastet Labor, Innendienst und Fachgeschäft gleichermaßen – vorausgesetzt, die technische Entscheidungslogik im Hintergrund arbeitet zuverlässig.