Zwei Krankenkassen aus dem IKK-System schließen sich zusammen: Die Verwaltungsräte der IKK Brandenburg und Berlin (IKK BB) und der IKK gesund plus mit Sitz in Magdeburg haben den Zusammenschluss Anfang Juli 2026 einstimmig beschlossen, wie beide Kassen am 2. Juli mitteilten. Die Fusion soll zum 1. Oktober 2026 in Kraft treten, sofern das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) zustimmt.

Rund 600.000 Versicherte, Name bleibt

Die fusionierte Kasse führt den Namen der größeren der beiden Partner fort: IKK gesund plus. Die IKK BB zählt derzeit rund 211.000 Versicherte, die IKK gesund plus nach eigenen Angaben 425.000. Zusammen kommen beide auf rund 600.000 Versicherte, wie beide Kassen mitteilen. Damit zählt die Kasse damit künftig zu den 25 größten gesetzlichen Krankenkassen Deutschlands.

Als Grund nennen beide Kassen den massiven Investitionsbedarf in Digitalisierung, Versorgung und Fachkräftesicherung. Der Zusammenschluss erfolge laut gemeinsamer Mitteilung „aus einer Position der wirtschaftlichen Stärke“. An der Spitze der fusionierten Kasse steht künftig Uwe Deh, bislang Vorstandsvorsitzender der IKK gesund plus.

Beitragssatz soll für Versicherte in Berlin und Brandenburg sinken

Die fusionierte Kasse will einen einheitlichen Zusatzbeitrag von 3,39 % erreichen, der aktuellen Höhe bei der IKK gesund plus. Für IKK-BB-Versicherte, die bislang 4,35 % zahlen, wäre das laut Deh die größte Beitragssenkung, die es in der Region je gegeben hat. Zum Vergleich: Der für 2026 festgelegte durchschnittliche Zusatzbeitrag liegt bei 2,9 %, nach Berechnungen der Kassen tatsächlich aber bei 3,1 %.

Beide Kassen sagen den Beschäftigten eine Jobgarantie zu: Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben. Auch die 64 regionalen Geschäftsstellen in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Bremen, Bremerhaven und Cuxhaven bleiben erhalten.

Der neue Verwaltungsrat soll bei seiner ersten Sitzung am 2. Oktober zusätzlich Ann Hillig (bislang IKK gesund plus) und Kathrin Brockmann (bislang Vorstandsvertreterin der IKK BB) in den Vorstand wählen. Der bisherige Alleinvorstand der IKK BB, Frank Meier, scheidet aus.

Für Versicherte ändert sich zunächst nichts: Mitgliedschaft, Versichertenkarte und Ansprechpartner bleiben laut IKK BB bis auf Weiteres bestehen. Auch für Arbeitgeber besteht demnach kein Handlungsbedarf, alle erforderlichen Meldungen laufen automatisch. Wie sich die Fusion konkret auf Vertragsbeziehungen mit Hilfsmittelerbringern wie Hörakustik-Betrieben auswirkt, geht aus den verfügbaren Quellen nicht hervor.