Das Konsumklima hat seinen Rückgang vorerst gestoppt. Für Juni 2026 erwartet das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen einen Wert von -29,8 Punkten, nach revidiert -33,1 Punkten im Vormonat. Grundlage sind rund 2.000 Verbraucherinterviews aus dem Zeitraum 30. April bis 11. Mai 2026.
Einkommenserwartungen hellen sich spürbar auf
Der wichtigste Impuls kommt von den Einkommenserwartungen. Sie steigen im Mai um 11,4 Punkte auf -13,0 Punkte. Damit fällt die Einschätzung der privaten Haushalte deutlich positiver aus als im April.
Nach Angaben des NIM hatten sich die Einkommenserwartungen mit Beginn des Irankrieges zunächst deutlich eingetrübt. Da der Konflikt im Nahen Osten bislang nicht weiter eskaliert sei, sei offenbar ein Teil der geopolitischen Unsicherheit in den Erwartungen der Verbraucher eingepreist. Hinzu kämen politische Signale zu möglichen Entlastungsmaßnahmen.
Größere Anschaffungen bleiben schwierig
Die Anschaffungsneigung verbessert sich nur leicht. Sie steigt um 1,2 Punkte auf -13,2 Punkte. Der Indikator bleibt damit weiter im Minus. Laut NIM signalisiert dies, dass Verbraucher größere Anschaffungen derzeit weiterhin eher zurückhaltend bewerten.
Für Führungskräfte in konsumnahen Branchen ist dieser Punkt besonders relevant: Die Stimmung verbessert sich, aber sie dreht noch nicht in eine klare Kaufbereitschaft.
Sparneigung sinkt zum dritten Mal in Folge
Die Sparneigung geht erneut zurück. Sie sinkt um 2,2 Zähler auf 13,9 Punkte. Es ist der dritte Rückgang in Folge. Im langfristigen Vergleich bleibt der Wert nach NIM-Angaben allerdings weiterhin hoch, liegt aber niedriger als zu Jahresbeginn.
Konjunkturerwartungen stabilisieren sich leicht
Auch die Konjunkturerwartungen verbessern sich. Sie steigen um 2,5 Zähler auf -11,2 Punkte. Dennoch rechnet die Mehrheit der Verbraucher weiter mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in den kommenden zwölf Monaten.
Bei den Preiserwartungen zeigt sich ebenfalls eine leichte Entspannung. Der Indikator sinkt um 5,4 Punkte auf -0,4 Punkte. Als möglichen Grund nennt das NIM die Senkung der Energiesteuer auf Diesel und Benzin. Zugleich verweist das Institut darauf, dass die Inflationsrate in Deutschland im April auf 2,9 % gestiegen ist.
Monatliche Studie seit Jahrzehnten
Das Konsumklima wird seit 1974 regelmäßig und seit 1980 monatlich erhoben. Seit April 2026 verantwortet das NIM neben Auswertung und Analyse auch die Kommunikation. Die Daten werden weiterhin von NIQ/GfK erhoben; Methodik, Datenerhebung und Auswertung bleiben unverändert.