Verbraucher blicken laut NIM-Erhebung etwas optimistischer auf ihre Einkommenssituation – größere Anschaffungen bleiben aber unpopulär
Die deutsche Konsumstimmung hat sich im Juni leicht stabilisiert. Das NIM Konsumklima powered by GfK liegt für Juli bei -29,2 Punkten, ein Plus von 0,5 Punkten gegenüber dem revidierten Vormonatswert von -29,7. Das meldet das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) in seiner aktuellen Erhebung. Trotz der leichten Erholung bleibt das Niveau insgesamt verhalten.
Konsumklima-Indikator Deutschland, Januar 2022 bis Juli 2026
Saldo aus Einkommenserwartung, Sparneigung und Anschaffungsneigung, in Punkten
Erhoben werden die Daten weiterhin von NIQ/GfK, im Auftrag der EU-Kommission, auf Basis von rund 2.000 Verbraucherinterviews. Der Befragungszeitraum lief vom 4. bis 15. Juni 2026. Seit April 2026 verantwortet das NIM neben der Auswertung auch die komplette Kommunikation des Indikators – eine organisatorische Rückkehr zu den Wurzeln, da das Institut die Studie bereits bis 1984 als GfK Verein betreut hatte.
Haupttreiber des leichten Anstiegs ist eine etwas positivere Einkommenserwartung: Der entsprechende Indikator legt um 0,8 Punkte auf -12,2 zu. Im Vormonat hatte sich dieser Wert bereits deutlich aufgehellt. Trotzdem bleiben die Verbraucher laut Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim NIM, pessimistischer als vor dem Beginn des Iran-Kriegs. Bürkl spricht von einer Stabilisierung „auf niedrigem Niveau“ – ein Aufschwung in Richtung Vorkriegsniveau zeichne sich noch nicht ab.
Die Anschaffungsneigung sinkt minimal um 0,2 Punkte auf -13,4 – der Zeitpunkt für größere Anschaffungen gilt aus Verbrauchersicht weiterhin als ungünstig. Die Sparneigung verharrt bei 13,9 Punkten, identisch zum Vormonat und zum Vorjahreswert. Der seit Jahresbeginn beobachtete leichte Rückgang der Sparneigung ist damit vorerst gestoppt; im langfristigen Vergleich bleibt der Wert hoch.
Deutlicher fällt die Verbesserung bei den gesamtwirtschaftlichen Indikatoren aus. Die Konjunkturerwartung steigt um 2,5 Punkte auf -8,7. Die Preiserwartung sinkt – zum zweiten Mal in Folge – um 2,5 Punkte auf -2,9. Laut NIM dürfte dieser Rückgang noch auf den auslaufenden Tankrabatt zurückgehen. Insgesamt führt das Institut die Entwicklung vor allem auf die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zurück, die zu sinkenden Rohölpreisen und einer Beruhigung der internationalen Energiemärkte beigetragen hätten.
Für Hörakustiker, deren Geschäft stark von der Anschaffungsbereitschaft der Kunden abhängt, bleibt die Ausgangslage damit unverändert herausfordernd: Der entsprechende Indikator zeigt seit Monaten kaum Bewegung im negativen Bereich, während die Sparneigung der Verbraucher hoch bleibt. Eine schnelle Erholung der privaten Konsumausgaben ist auf Basis dieser Zahlen nicht zu erwarten.