Der US-Hörgerätekonzern LXE Hearing stellt sein US-Geschäft ein. Das teilte das Unternehmen am 15. Juli 2026 in einer Mitteilung an seine Kunden mit. Sie steht auf den Websites von Eargo, Lexie Hearing und LXE Hearing. Betroffen sind die Marken Eargo, Lexie Hearing und Go Hearing sowie das US-Geschäft von hearX. Als Grund nennt das Unternehmen gescheiterte Sanierungsversuche: Man habe trotz „umfangreicher Bemühungen“ keinen tragfähigen Weg gefunden, das operative Geschäft fortzuführen.

Vom 100-Millionen-Dollar-Merger zur Abwicklung

Rund 15 Monate ist das her: Eargo und das südafrikanische Unternehmen hearX fusionierten zu LXE Hearing. Patient Square Capital, das Eargo zuvor bereits mehrheitlich gehört hatte, stützte den Zusammenschluss mit zusätzlichen 100 Millionen US-Dollar. LXE Hearing wollte damit den jungen OTC-Markt konsolidieren: Eargo und Lexie sollten als eigene Marken bestehen bleiben, Produktentwicklung, Software und Vertrieb aber zusammenlegen.

Der Kurswechsel kam schnell. hearX-Mitgründer und LXE-CEO Nic Klopper trat im Sommer 2025 aus gesundheitlichen Gründen zurück, Adam Karp (zuvor Lively und Jabra Enhance) übernahm im August 2025 interimistisch. Trotzdem brachte LXE Hearing weiter neue Produkte: das Eargo 8 im Mai 2025 und die Lexie H1 Hearing Buds im Oktober 2025. Zuletzt folgte im Mai 2026 das 999-Dollar-Modell Lexie B3 Powered by Bose, nur rund zwei Monate vor der Wind-down-Mitteilung.

Ein Marktaustritt mit Signalwirkung

Lexie Hearing bezeichnete sich selbst als führende OTC-Marke in den USA und war nach eigenen Angaben zuletzt in mehr als 16.000 Handelsgeschäften gelistet. 2023 wählte das Magazin TIME das Unternehmen unabhängig davon unter die 100 einflussreichsten Firmen. Der Rückzug zählt damit zu den bislang auffälligsten Marktaustritten, seit die US-Arzneimittelbehörde FDA 2022 die Kategorie der rezeptfreien OTC-Hörgeräte geschaffen hatte.

LXE Hearing schweigt bislang zu mehreren zentralen Fragen: Wie viele Beschäftigte sind betroffen? Werden Marken oder Geschäftsteile verkauft? Ist der Produktverkauf in den USA bereits formal eingestellt? Auch zur Bose-Partnerschaft und möglichen Lizenzfragen äußert sich das Unternehmen nicht. Die hearX-Website mit dem internationalen Diagnose- und Screening-Geschäft läuft weiter; wie sich der US-Wind-down konkret auf hearX auswirkt, hat LXE Hearing bislang nicht erläutert.