Das Netzwerk Hörgesundheit hat die App Dora veröffentlicht. Sie richtet sich nach Angaben des Anbieters an alle Hörakustiker und nicht nur an die eigenen Partnerbetriebe. Kunden sollen Termine, Bestellungen, Hörtraining und die Kommunikation mit dem Fachgeschäft in einer einzigen Anwendung finden, die im Design des jeweiligen Betriebs erscheint. Als Ziel nennt das Netzwerk darüber hinaus die Hörgerätesteuerung und den Versorgungsstatus.
Was das Netzwerk an den Apps der Hersteller stört
Den Anstoß gab eine wiederkehrende Situation im Ladenlokal. Nach Darstellung des Netzwerks müssen zahlreiche Partnerbetriebe für ihre Kunden immer wieder Apps von Herstellern und anderen Anbietern installieren. Dem Fachgeschäft fehle dabei die Kontrolle über die Daten, einen Nutzen für den eigenen Betrieb bringe es ebenfalls nicht. Daraus entstand eine Arbeitsgruppe, die die App nach eigener Darstellung aus dem Praxisalltag heraus entwickelte. Bedienen soll der Betrieb sie selbst.
Auch der Ehepartner bekommt Zugriff
Die erste Version ist nach Angaben des Netzwerks veröffentlicht. Kunden sollen darin einen zentralen Anlaufpunkt für ihre gesamte Versorgung haben, auf Wunsch mit Zugriff für den Ehepartner. Damit die App nicht nur installiert, sondern genutzt wird, setzt das Netzwerk auf interaktive Inhalte, ein integriertes Hörtraining und einen Lernpfad. Der soll Kunden dazu bringen, sich mit dem eigenen Hörverlust zu befassen, und dem Praxisteam wiederkehrende Erklärungsarbeit abnehmen. Ein Termin- und Erinnerungssystem soll die Termintreue stützen, individuelle Benachrichtigungen den direkten Kontakt halten. Nach Angaben des Netzwerks ist Dora an das jeweilige Kundenverwaltungssystem angebunden, damit Daten nicht doppelt gepflegt werden müssen. Welche Systeme unterstützt werden, nennt die Mitteilung nicht. Batterien und Zubehör lassen sich über die App bestellen.
Checkheft und Audiogramme sollen folgen
Für die zweite Version nennt das Netzwerk vier Vorhaben, an denen derzeit gearbeitet wird: die Digitalisierung des Service-Checkhefts, den Import von Audiogrammen samt verständlicher Erklärung, eine Schritt-für-Schritt-Abbildung der Versorgung von der Erstberatung bis zur Nachsorge sowie ein Belohnungssystem, das Kunden vor, während und nach der Versorgung motivieren soll. Einen Termin für den Start dieser Funktionen nennt die Mitteilung nicht, sie spricht von den kommenden Monaten.