Das ist eine Auszeichnung von Weltrang! Die MED-EL-Gründer Ingeborg und Erwin Hochmair erhalten gemeinsam mit weiteren Spitzenforschern den Queen Elizabeth Prize for Engineering 2026. Der Preis zählt zu den bedeutendsten Ehrungen für technische Innovationen weltweit – dotiert mit 500.000 Pfund.
Cochlea-Implantat: Eine Erfindung verändert Millionen Leben
Ausgezeichnet wird die Entwicklung moderner neuronaler Schnittstellen – allen voran das Cochlea-Implantat (CI). Diese Technologie wandelt Schall in elektrische Impulse um und stimuliert direkt den Hörnerv. Für hunderttausende Menschen weltweit bedeutet das: Hören statt Stille.
Neben Ingeborg und Erwin Hochmair werden auch die CI-Pioniere Graeme Clark und Blake Wilson geehrt.
Zur weiteren Preisträger-Riege zählen unter anderem John Donoghue, Alim Louis Benabid, Pierre Pollak, Jocelyne Bloch und Grégoire Courtine – allesamt Wegbereiter in Neurotechnologie und Neuroprothetik.
Von Wien in die Welt: Der Durchbruch begann 1975
Die Erfolgsgeschichte startet an der Technische Universität Wien: Bereits 1975 begannen die Hochmairs dort mit ihrer Forschung am Cochlea-Implantat.
1977 folgte der Meilenstein – das weltweit erste mikroelektronische Cochlea-Implantat. Eine Revolution!
Was damals als visionäres Experiment galt, ist heute klinischer Alltag. Moderne CI-Systeme basieren auf den Grundlagenarbeiten der Hochmairs:
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entscheidende Fortschritte in der Signalverarbeitung
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Miniaturisierung der Implantate
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langfristige Biokompatibilität
Aus dieser Forschungsarbeit entstand schließlich MED-EL – heute einer der weltweit führenden Hersteller von Hörimplantaten.
Technologie mit Haltung
Ingeborg Hochmair, CEO von MED-EL, betont:
„Diese Auszeichnung würdigt nicht nur eine technologische Leistung, sondern eine Grundhaltung: Wissenschaftliche Integrität und konsequente Orientierung an den Bedürfnissen der Menschen.“
Erwin Hochmair ergänzt:
„Unser Ziel war von Anfang an eine neuronale Schnittstelle, die ein Leben lang zuverlässig mit dem Hörsystem zusammenarbeitet.“
Für Hörakustiker ist klar: Das Cochlea-Implantat hat die Versorgungslandschaft dauerhaft verändert. Aus einer experimentellen Therapie wurde ein weltweit etabliertes Standardverfahren für hochgradig Schwerhörige und Ertaubte – inklusive stetiger Weiterentwicklung hin zu vollimplantierbaren Systemen.
500.000 Pfund für die Zukunft der Neurotechnologie
Der QEPrize wird jährlich vergeben und kann an bis zu zehn lebende Persönlichkeiten jeder Nationalität verliehen werden. Kriterien sind:
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bahnbrechende ingenieurwissenschaftliche Innovation
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globaler Nutzen für die Menschheit
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nachweisbare persönliche Verantwortung für die Entwicklung
Die Bekanntgabe der Preisträger 2026 erfolgte durch Lord Vallance im Londoner Science Museum.