Bluetooth gehört heute zur Standardausstattung moderner Hörsysteme. Viele Kundinnen und Kunden fragen sich dennoch, ob die drahtlose Übertragungstechnik gesundheitliche Risiken birgt. Der aktuelle Forschungsstand zeigt: Bluetooth-Hörgeräte sind sicher und können bedenkenlos den ganzen Tag getragen werden.

Sowohl die FDA (USA) als auch die FCC regulieren drahtlose Geräte und stellen sicher, dass sie keine gesundheitlich bedenklichen Strahlungswerte überschreiten – dazu zählen auch Hörgeräte.

Wie funktioniert Bluetooth in Hörgeräten?

Bluetooth überträgt Daten per Hochfrequenz (RF), also elektromagnetischen Wellen. Diese Form der Strahlung gehört zur nicht-ionisierenden Strahlung. Sie ist so schwach, dass sie keine Zell- oder DNA-Schäden verursachen kann. Im Gegensatz dazu steht ionisierende Strahlung (z. B. Röntgen), die Gewebe schädigen kann.

Nicht-ionisierende Strahlung wird auch von vielen Alltagsgeräten genutzt – etwa von Smartphones, WLAN, Mikrowellen oder medizinischen Implantaten wie Herzschrittmachern.

Wie viel Strahlung geben Bluetooth-Hörgeräte ab?

Die Stärke der absorbierten Strahlung wird über die Specific Absorption Rate (SAR) gemessen. Für Verbrauchergeräte gilt in den USA ein Grenzwert von 1,6 W/kg.

Bluetooth-Hörgeräte liegen mit typischen Werten von 0,001 bis 0,02 W/kg weit unter diesem Grenzwert – und damit deutlich unter dem Niveau von Smartphones, die den Grenzwert teilweise erreichen können.

Fachleute aus Forschung und Industrie bestätigen, dass Hörgeräte „um Größenordnungen“ unter allen relevanten Grenzwerten arbeiten.

Bluetooth Low Energy und Auracast: Noch weniger Energiebedarf

Mit der Einführung von Bluetooth Low Energy (BLE) und Auracast konnte die Energieeffizienz weiter gesteigert werden. BLE arbeitet in sehr kurzen Übertragungsimpulsen und befindet sich überwiegend im stromsparenden Ruhemodus. Das reduziert nicht nur den Batteriebedarf, sondern auch die Sendeleistung.

Auracast ermöglicht darüber hinaus, öffentliche Audiosignale – etwa in Veranstaltungsräumen oder an Informationssystemen – direkt in Hörgeräte zu übertragen. Die Technologie befindet sich aktuell in der Einführungsphase und eröffnet neue Möglichkeiten für barrierefreie Audioübertragung.

Wann senden Hörgeräte am meisten?

Hörsysteme funken nicht dauerhaft. Drahtlose Übertragungen finden situationsabhängig statt, zum Beispiel:

  • beim Audio-Streaming,

  • beim Synchronisieren der beiden Hörgeräte,

  • bei der Verbindung zur App.

Selbst im Streamingbetrieb bleibt die Belastung minimal. Expertenschätzungen zufolge sendet ein Hörgerät etwa 30-mal weniger Leistung als ein Smartphone.

Wie bewerten Behörden und Wissenschaft die Sicherheit?

Die wissenschaftliche Datenlage zeigt keine belastbaren Hinweise darauf, dass RF-Strahlung in den für Verbraucher zugelassenen Bereichen gesundheitliche Schäden verursacht. Die FDA hält fest, dass selbst bei Smartphones keine nachvollziehbare Verbindung zwischen RF-Exposition und Gesundheitsrisiken besteht.

Da Hörgeräte wesentlich schwächer senden als Smartphones, fallen sie in einen Bereich, der nach aktuellem Kenntnisstand als unbedenklich gilt. Die Strahlung ist zudem zu gering, um eine Erwärmung von Körpergewebe auszulösen.

Auch mögliche biologische Effekte jenseits der Erwärmung konnten in Studien bislang nicht konsistent belegt werden.

Fazit

Bluetooth-Hörgeräte gelten nach heutigem Forschungsstand als sicher. Sie arbeiten mit sehr niedrigen, nicht-ionisierenden Strahlungswerten, die weit unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte liegen und deutlich geringer sind als bei Smartphones oder WLAN-Routern. Gesundheitsrisiken sind laut aktueller wissenschaftlicher Evidenz nicht zu erwarten.