Tinnitus betrifft Millionen Menschen in Deutschland, viele suchen digitale Unterstützung zur Linderung der Beschwerden. Stiftung Warentest hat nun verschiedene Tinnitus-Apps getestet. Das Ergebnis: Nur eine Anwendung konnte wirklich überzeugen – die „Meine Tinnitus App“ von Sonormed, die als Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) zugelassen ist und von den Krankenkassen erstattet wird.
Die gute Option: Sonormed „Meine Tinnitus App“
Die von Stiftung Warentest positiv bewertete App kombiniert Klangtherapie, Beratung und Aufklärung. Ziel ist es, die Belastung durch Tinnitus spürbar zu reduzieren.
Als zugelassene DiGA erfüllt die Anwendung strenge Anforderungen an Wirksamkeit, Datenschutz und Qualität. Patientinnen und Patienten können sie sich von ihrem Arzt oder Psychotherapeuten verschreiben lassen. Die Krankenkassen übernehmen dann die Kosten.
Kritik an kostenlosen Apps
Viele der getesteten kostenlosen oder günstigen Apps setzen ausschließlich auf Klangtherapie. Laut Stiftung Warentest fehlt diesen Angeboten jedoch ein schlüssiges Gesamtkonzept. Auch die Wirksamkeit reiner Geräuschüberlagerung sei wissenschaftlich nicht ausreichend belegt. Zudem mangele es an Information und Aufklärung, die für eine nachhaltige Bewältigung von Tinnitus-Beschwerden wichtig sind.
Weitere digitale Hilfsmittel in Sicht
Die bekannte App Tinnitracks, die früher von einigen Krankenkassen übernommen wurde, war im aktuellen Test nicht verfügbar und konnte daher nicht berücksichtigt werden. Weitere Tinnitus-DiGAs sind jedoch bereits in Planung oder stehen kurz vor dem Marktstart – eine Entwicklung, die Patienten künftig mehr Auswahlmöglichkeiten bieten dürfte.
So erhalten Patienten eine Tinnitus-DiGA
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Arztbesuch: Zunächst muss die Diagnose Tinnitus ärztlich bestätigt sein.
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Rezept: Arzt oder Psychotherapeut stellt ein Rezept für die App aus.
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Kostenübernahme: Mit dieser Verordnung übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die zugelassene DiGA.
Fazit
Die Ergebnisse von Stiftung Warentest zeigen, dass nicht jede Tinnitus-App einen therapeutischen Nutzen bringt. Wer auf digitale Unterstützung setzt, sollte auf eine DiGA mit nachgewiesener Wirksamkeit achten. Für Betroffene bedeutet das: Der Weg über die ärztliche Verordnung bleibt aktuell die verlässlichste Lösung.