Die visuelle Gestaltung eines Konzertsaals kann die Wahrnehmung des Klangs verändern. Zu diesem Ergebnis kommt eine in Deutschland durchgeführte Studie der Technischen Universität Berlin, die in JASA im Auftrag der Acoustical Society of America veröffentlicht wurde. Demnach besteht ein Zusammenhang zwischen dem visuellen Umfeld eines Veranstaltungsorts und dem wahrgenommenen Timbre der Musik.

Versuch in virtuellen Konzertsälen

Für die Untersuchung simulierte das Forschungsteam mit Virtual Reality insgesamt 12 unterschiedlich gefärbte Konzertsäle. Die Teilnehmenden hörten aufgezeichnete Musik in Umgebungen in Rot, Grün und Blau, jeweils mit Variationen bei Farbton, Helligkeit und Sättigung. Über Kopfhörer mit binauraler Technologie wurde der Klang an die Kopfbewegungen der Hörerinnen und Hörer angepasst.

Bewertet wurden vier musikalische Darbietungen – zwei auf der Violine und zwei auf der Klarinette. Die Teilnehmenden sollten ihre Eindrücke zu Gefallen, Stärke, Nachhall und Timbre angeben.

Kühle Farben, kühler Klang

Nach Angaben der Forschenden zeigte sich eine klare Korrelation zwischen der visuellen Gestaltung des Saals und dem wahrgenommenen Klangcharakter. Stärker gesättigte Farben, vor allem kühlere Grün- und Blautöne, wurden mit einem „kälteren“ Klang verbunden. Hellere Farben führten dagegen zu der Wahrnehmung eines wärmeren Tons. Zudem erzielte Musik in dunkleren Konzertsälen höhere Werte beim Kriterium „Liking“.

Lautstärke blieb unbeeinflusst

Keinen Einfluss hatte die Farbe des Saals laut Studie auf die wahrgenommene Lautstärke. Die Ergebnisse deuten aus Sicht der Autoren darauf hin, dass visuelle Elemente eine relevante Rolle für das gesamte Hörerlebnis spielen und daher bei der Gestaltung von Veranstaltungsorten berücksichtigt werden sollten.