Das HDE-Konsumbarometer ist im September auf 94,70 Punkte gestiegen, ein Plus von 0,52 Punkten gegenüber August. Das zeigt die aktuelle Erhebung des Handelsverbands Deutschland (HDE), die monatlich vom Handelsblatt Research Institute erstellt wird. Der Rückgang aus dem Vormonat ist damit fast ausgeglichen, seit Mai verläuft der Index insgesamt aufwärts. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt der aktuelle Wert dennoch 1,27 Punkte niedriger.
Anschaffungsneigung zieht an, Sparen rückt in den Hintergrund
Innerhalb des Barometers verbessert sich vor allem die Anschaffungsneigung der Verbraucher. Der Teilindikator steigt um 0,66 Punkte auf 86,47 Punkte und erreicht damit fast wieder das Niveau des Vorjahresmonats. Parallel dazu erhöht sich die Sparneigung um 1,34 Punkte. Wegen der inversen Konstruktion des Index heißt das: Die Haushalte planen, ihre Sparanstrengungen in den kommenden Wochen nicht weiter zu verstärken. Die Einkommenserwartung bleibt mit 99,19 Punkten nahezu unverändert. Die Konjunkturerwartung klettert um 2,44 Punkte auf 78,32 Punkte, liegt aber weiterhin 2,7 Punkte unter dem Vorjahreswert.
Sommerhitze bremst die zweite Jahreshälfte
Der Anstieg der Konsumstimmung fällt in eine Phase, in der sich die deutsche Wirtschaft angesichts der geopolitischen Lage im ersten Halbjahr robuster entwickelt hat als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im ersten Quartal um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal – diese Rate hatte das Statistische Bundesamt Ende Juli nach oben revidiert. Im zweiten Quartal legte die Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu, wie das Statistische Bundesamt am 25. August in den ausführlichen Ergebnissen meldete. Für das zweite Halbjahr rechnet das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle mit etwas schwächerem Wachstum. Ein Grund dürfte der heiße Sommer sein: Niedrige Pegelstände beeinträchtigten die Logistik, hohe Temperaturen dämpften die Produktivität, und die Energiekosten für Kühlung stiegen.
Arbeitsmarkt uneinheitlich, Inflation dämpft die Zuversicht
Der Arbeitsmarkt zeigt sich im August uneinheitlich: Die Arbeitslosenquote stieg laut Bundesagentur für Arbeit um 0,1 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent, die Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich auf 3,061 Millionen. Frühindikatoren wie das ifo-Beschäftigungsbarometer deuten dagegen auf eine leichte Stabilisierung hin. Gleichzeitig kletterte die Inflationsrate im August auf 2,9 Prozent, getrieben vor allem von den Energiepreisen. Die Preiserwartung der Verbraucher im Konsumbarometer sank auf 91,67 Punkte. Konstruktionsbedingt heißt das: Die Befragten rechnen eher mit einer weiter steigenden Inflation.