Hier erfahren Sie alles, was Sie über die drei verschiedenen Arten von Hörgeräten wissen müssen und welche Vor- und Nachteile sie mit sich bringen.

Moderne Hörgerätemodelle

Auf dem Markt gibt es eine riesige Anzahl an unterschiedlichen Hörgeräten. In der Regel lassen sich diese aber einigen wenigen Typen zuordnen. Jeder Hörgerätetyp hat unterschiedliche Stärken und Schwächen und ist für verschiedene Menschen unterschiedlich gut geeignet. Hier geben wir einen Einblick in die unterschiedlichen Arten von Hörgeräten und setzen uns mit deren Vor- und Nachteilen auseinander.

Die drei Haupttypen an Hörgeräten

Alle Hörgeräte lassen sich in drei Haupttypen unterscheiden:

  • HdO-Hörgeräte (Hinter dem Ohr): Diese Geräte werden mit dem Hörgerät auf und hinter dem Ohr getragen. Alle Teile befinden sich in einem Gehäuse auf der Rückseite des Ohrs und werden mit einem Schallschlauch und einer individuellen Ohrpassstück mit dem Gehörgang verbunden.
  • IdO-Hörgeräte (In dem Ohr): Hierbei handelt es sich um maßgefertigte Geräte, bei denen die gesamte Elektronik in einem Gerät untergebracht ist, das in das Ohr passt. Es gibt sie in verschiedenen Größen, darunter CIC (Completely in Canal = vollständig im Gehörgang) und IIC (Invisible in Canal = unsichtbar im Gehörgang).
  • RIC RITE-Hörgeräte (Receiver in Canal bzw. Receiver in the Ear): Diese Geräte ähneln vom Konzept her den HdO-Hörgeräten. Der Unterschied: Der Empfänger (der Lautsprecher) wurde aus dem Gehäuse auf der Rückseite des Ohrs entfernt. Er wird in den Gehörgang oder das Ohr eingesetzt und über ein dünnes Kabel mit dem Gehäuse des Hörgeräts verbunden.

Innerhalb dieser drei allgemeinen Kategorien gibt es weitere Hörgerätetypen:

  • IIC (Invisible in Canal = Unsichtbar im Gehörgang)
    Diese Hörgeräte sind besonders klein und werden tief im Gehörgang platziert, so dass sie praktisch unsichtbar sind, wenn sie getragen werden. Sie sind für leichte bis mittelschwere Hörverluste geeignet.
  • CIC (Completely in Canal = Vollständig im Gehörgang)
    Diese Hörgeräte sind ähnlich wie IIC-Hörgeräte, werden aber etwas weiter im Gehörgang platziert. Sie sind diskret, aber immer noch unauffälliger als andere Hörgerätearten. CIC-Hörgeräte sind für leichte bis moderate Hörverluste geeignet.
  • MIC (Mini in Canal = Mini im Gehörgang)
    Diese Hörgeräte sind etwas größer als IIC- und CIC-Hörgeräte, aber immer noch relativ unauffällig. Sie sitzen im vorderen Bereich des Gehörgangs und sind für leichte bis mittelschwere Hörverluste geeignet.
  • ITE (IdO bzw. In dem Ohr = In The Ear), kann halb- oder vollschalig sein
    Diese Hörgeräte füllen den gesamten äußeren Teil des Ohrs aus und können halbschalenförmig (half-shell) oder vollschalenförmig (full-shell) sein. Sie sind größer als die zuvor genannten Hörgerätearten, bieten jedoch auch mehr Platz für zusätzliche Funktionen und eine längere Batterielaufzeit. ITE-Hörgeräte sind für eine breitere Palette von Hörverlusten geeignet.

HdO-Hörgeräte (Hinter-dem-Ohr):

    • Vorteile:
      • Geeignet für eine breite Palette von Hörverlusten, von mild bis stark.
      • Bietet Platz für leistungsstarke Verstärker und zusätzliche Funktionen.
      • Einfache Handhabung und Wartung.
      • Gute Batterielaufzeit.
    • Nachteile:
      • Sichtbar hinter dem Ohr.
      • Einige Benutzer empfinden möglicherweise Unbehagen durch das Tragen der Kunststoffform im Gehörgang. 

IdO-Hörgeräte (In-dem-Ohr):

        • Vorteile:
          • Diskrete Platzierung im Ohr.
          • Natürliches Klangempfinden aufgrund der Nähe zum Gehörgang.
          • Komfortables Tragegefühl.
          • Einfache Bedienung.
        • Nachteile:
          • Geeignet für leichte bis moderate Hörverluste.
          • Weniger Platz für zusätzliche Funktionen.
          • Höhere Anfälligkeit für Feuchtigkeit und Ohrenschmalz. 

RIC/RITE-Hörgeräte (Receiver-in-Canal/Receiver-in-the-Ear):

        • Vorteile:
          • Diskrete Platzierung im Ohr durch den Lautsprecher im Gehörgang.
          • Natürliches Klangempfinden.
          • Größere Auswahl an Farben und Stilen.
          • Geringes Risiko von Rückkopplungen.
        • Nachteile:
          • Erfordert regelmäßige Wartung, um den Schlauch oder Draht sauber zu halten.
          • Anfälliger für Feuchtigkeitsschäden im Vergleich zu anderen Hörgerätetypen.

Bei der Auswahl des richtigen Hörgerätetyps ist es wichtig, Ihre individuellen Bedürfnisse und Vorlieben zu berücksichtigen. Ein qualifizierter Hörgeräteakustiker oder Audiologe kann Ihnen dabei helfen, die beste Entscheidung zu treffen, indem er Ihre spezifische Hörsituation und Ihre persönlichen Anforderungen berücksichtigt.