SoniTon tritt am Markt als eigene Hörgeräte-Marke auf. Hinter der Marke steht die Einkaufsgemeinschaft Meditrend. Für viele Akustiker und Anwender ist jedoch die zentrale Frage: Wer baut die Geräte wirklich?

Eine Auswertung des Hilfsmittelverzeichnisses, Herstellerunterlagen sowie öffentlich zugänglichen Modellvergleichen zeigt: Hinter den verschiedenen SoniTon-Serien stehen mehrere internationale Hörgerätehersteller. Die Marke funktioniert damit im Kern als OEM-Label, das Geräte unterschiedlicher Industrieanbieter unter eigenem Namen bündelt.

Die folgende Übersicht zeigt, welche Hersteller und Plattformen hinter den aktuellen Serien stehen – und welche Originalmodelle den SoniTon-Geräten entsprechen.

Hersteller und Plattformen hinter den SoniTon-Serien

SoniTon-Serie OEM-Hersteller Originalmodell Plattform
Personal Oticon Oticon Own / Zircon / Jet Demant-Plattformen
Comfort Audio Service Mood G3, Mood Blue Audio Service G3
Comfort (ältere Generation) Hansaton Sorino X-mini, Best X-tra Hansaton-Plattform
Next XG ReSound ReSound Vivia 9 / Vivia 4 Vivia-Plattform
Next XH ReSound ReSound Savi 3 Savi-Plattform
Swiss A1 Bernafon Bernafon Encanta Encanta-Chip
Swiss Z1 Bernafon Bernafon Entra B Entra-Plattform
UP Unitron Unitron Moxi S-R  Unitron Smile-Plattform

Vier Industriekonzerne hinter einer Marke

Die Recherche zeigt ein klares Bild: SoniTon nutzt Geräte aus mehreren Herstellergruppen. Insgesamt lassen sich die Serien vier großen Hersteller-Konzernen zuordnen.

Demant-Gruppe

  • Oticon → Personal-Serie
  • Bernafon → Swiss-Serie

WS Audiology

  • Audio Service → Comfort-Serie

GN Hearing

  • ReSound → Next-Serie

Sonova

  • Unitron → UP-Serie

Damit stammen die Geräte von vier der fünf großen Hörgerätehersteller weltweit.

Was das für Hörakustiker bedeutet

Für Hörakustiker ist die Zuordnung aus mehreren Gründen relevant.

1. Software und Anpasssysteme

Die Geräte werden in der Regel mit der Originalsoftware der Hersteller angepasst:

  • Oticon → Genie 2
  • Bernafon → Oasis
  • ReSound → Smart Fit
  • Audio Service → Connexx
  • Unitron → TrueFit

Das bedeutet: Auch unter dem SoniTon-Label bleibt die technische Infrastruktur der Originalhersteller erhalten.

2. Plattformgenerationen

Die Serien spiegeln meist bestehende Plattformgenerationen der Hersteller wider.

Beispiele:

  • ReSound Vivia → aktuelle Premiumplattform mit KI-Signalverarbeitung
  • Bernafon Encanta → neuere Demant-Architektur
  • Audio Service Blue → Plattform mit Bluetooth LE Audio
  • Unitron Smile → aktuelle Sonova-Technologie

Die Geräte entsprechen daher technisch weitgehend den Originalmodellen der Hersteller.

3. Positionierung im Markt

OEM-Marken wie SoniTon dienen häufig dazu,

  • Preisstrukturen im Fachhandel zu stabilisieren
  • exklusive Vertriebsmodelle zu schaffen
  • oder Markenvielfalt ohne zusätzliche Entwicklungskosten zu ermöglichen.

Für Akustiker bedeutet das: Hinter verschiedenen Marken können identische Plattformen stehen.

OEM-Marken im Hörgerätemarkt sind kein Einzelfall

Das Modell ist in der Branche keineswegs ungewöhnlich. Auch andere Anbieter nutzen OEM-Strategien, bei denen Geräte verschiedener Hersteller unter neuen Markennamen gebündelt werden.

Der Vorteil für den Anbieter:

  • schnelle Erweiterung des Portfolios
  • Zugriff auf mehrere Plattformgenerationen
  • geringere Entwicklungsrisiken

Für Hörakustiker wiederum wird es dadurch schwieriger, Technologien eindeutig zuzuordnen.

Fazit

Mit der Marke SoniTon bündelt die Einkaufsgemeinschaft Meditrend Geräte aus mehreren Industriekonzernen:

  • Demant (Oticon / Bernafon)
  • WS Audiology (Audio Service)
  • GN Hearing (ReSound)
  • Sonova (Unitron)

Die einzelnen Serien lassen sich daher relativ klar den jeweiligen Originalplattformen der Hersteller zuordnen.

Für Hörakustiker bedeutet das: Wer die Plattform hinter dem Label kennt, versteht auch schneller die Technik, Software und Leistungsfähigkeit des jeweiligen Geräts.