Der dänische Hörgerätehersteller WS Audiology (WSA) ist mit angezogener Kostenbremse ins neue Geschäftsjahr gestartet. Im ersten Quartal 2025/26 blieb das organische Umsatzwachstum zwar aus – doch die Profitabilität legte zu. Die Prognose bestätigt der Konzern.
Für die Monate Oktober bis Dezember 2025 weist WSA einen organischen Umsatz auf Vorjahresniveau aus. Nominal sank der ausgewiesene Umsatz um sechs Prozent auf 629 Millionen Euro – belastet durch Währungseffekte. Die bereinigte EBITDA-Marge verbesserte sich dagegen um 0,5 Prozentpunkte auf 17,5 Prozent. Das operative Ergebnis vor Sondereffekten lag bei 110 Millionen Euro (Vorjahr: 114 Millionen Euro).
Gedämpfte Dynamik im Großhandel
Im Großhandelsgeschäft verzeichnete WSA ein organisches Minus von vier Prozent. Als Gründe nennt das Unternehmen eine verhaltene Marktentwicklung in den USA sowie Schwächen in Teilen der APAC-Region.
Robuster präsentierten sich dagegen die Endkundensegmente: Die verbrauchernahen Geschäftsbereiche wuchsen organisch um fünf Prozent. Treiber war insbesondere das Online-Geschäft, flankiert von einer soliden Entwicklung im stationären Einzelhandel. Das Managed-Care-Geschäft litt hingegen unter einer Reduzierung von Leistungsplänen.
Regional zeigt sich ein gemischtes Bild: In Nord- und Südamerika erzielte WSA ein organisches Plus von einem Prozent, in EMEA stagnierte das Geschäft, während APAC um vier Prozent nachgab.
Kostendisziplin zahlt sich aus
CEO Jan Mäkelä verweist auf das anspruchsvolle Umfeld: Makroökonomische und politische Unsicherheiten prägten weiterhin die Märkte. Gleichwohl halte der Konzern konsequent an seiner Strategie fest – mit klarem Fokus auf Profitabilität und Innovation.
Die Margenverbesserung führt das Management auf Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen zurück, die bereits im Geschäftsjahr 2024/25 umgesetzt wurden. Für das Gesamtjahr peilt WSA eine weitere Steigerung der bereinigten EBITDA-Marge um rund einen Prozentpunkt an.
Neue Produkte, bestätigte Prognose
Beim Umsatz erwartet der Konzern für 2025/26 ein organisches Wachstum zwischen null und vier Prozent. Die Bandbreite reflektiere die anhaltend unsicheren Rahmenbedingungen. Rückenwind verspricht sich WSA von seiner Produktpipeline: Neue Hörsysteme auf Basis der Plattformen von Widex und Signia stehen vor der Markteinführung.
Zudem stärkt WSA seine Führungsstruktur: Harrison Boyd übernimmt zum 9. März 2026 die Position des President Region Americas und wird Mitglied des Executive Committee.
Langfristig bleibt der Markt intakt. Die globale Nachfrage nach Hörlösungen wächst – getragen von der demografischen Entwicklung und einer steigenden Sensibilisierung für Hörgesundheit. WSA sieht sich strategisch gut positioniert, um von diesem strukturellen Trend zu profitieren.