Online, Retail und Managed Care stützen das Quartal
WSA hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 ein organisches Umsatzwachstum von 1 % erzielt und die Profitabilität weiter verbessert. Der Umsatz lag im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. März 2026 bei 628 Mio. Euro, nach 668 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Der berichtete Umsatz sank damit um 6 %, vor allem wegen negativer Währungseffekte. Die Prognose für das Gesamtjahr hält der Hörsystemkonzern unverändert.
„Unser organisches Umsatzwachstum im zweiten Quartal lag im Rahmen der Erwartungen“, sagte WSA-CEO Jan Mäkelä.
Zugleich verwies er auf die weiter verbesserte Profitabilität sowie auf eine solide Dynamik in den Kanälen Online, Retail und Managed Care. Als Produktimpuls stellte WSA zudem die Einführung des Signia Active Mini IX heraus.
Großhandel schwächer, Endkundengeschäft deutlich stärker
Die Entwicklung innerhalb der Geschäftsbereiche fiel unterschiedlich aus. Das Wholesale-Geschäft verzeichnete im zweiten Quartal ein organisches Minus von 6 %. WSA führt dies unter anderem auf ein strengeres Management der Kundenbasis zur Unterstützung der Profitabilität sowie auf das Timing eigener Produkteinführungen im Vergleich zum Wettbewerb zurück. Die Effekte aus dem Kundenbasis-Management sollen laut Bericht im dritten Quartal auslaufen.
Deutlich stärker entwickelte sich das Consumer-facing Business. Dieser Bereich wuchs organisch um 9 %. Getragen wurde das Wachstum nach Unternehmensangaben durch eine starke Entwicklung im Online-Geschäft und bei Managed Care sowie durch eine solide Retail-Performance. In absoluten Zahlen erzielte der Wholesale-Bereich im Quartal 331 Mio. Euro Umsatz, die Consumer-facing Businesses kamen auf 297 Mio. Euro.
Regional zeigte sich ein gemischtes Bild. In den Americas erreichte WSA ein organisches Wachstum von 4 %, getrieben durch Online und Managed Care in den USA sowie ein solides Retail-Geschäft. EMEA lag organisch bei -3 %. In der Region belastete unter anderem die Wholesale-Entwicklung; gleichzeitig meldete WSA solides Retail-Wachstum und starkes Online-Wachstum. APAC blieb organisch unverändert bei 0 %, wobei die Marktschwäche in China teilweise durch eine starke Entwicklung in Japan ausgeglichen wurde.
Marge steigt trotz niedrigerem Umsatz
Bei der Profitabilität zeigt der Quartalsbericht eine klare Verbesserung. Das EBITDA vor Sondereffekten blieb mit 117 Mio. Euro stabil auf Vorjahresniveau. Die entsprechende Marge stieg jedoch von 17,5 % auf 18,6 %, ein Plus von 1,1 Prozentpunkten. WSA nennt als Treiber eine bessere Bruttomarge sowie geringere operative Kosten.
Die Bruttomarge verbesserte sich um 1,0 Prozentpunkt auf 63,9 %. Der Bruttogewinn lag mit 401 Mio. Euro zwar unter dem Vorjahreswert von 420 Mio. Euro, die Marge profitierte jedoch vom höheren relativen Wachstum im Endkundengeschäft, von Effizienzverbesserungen und vom strikteren Management der Kundenbasis.
Auch auf Kostenseite meldet WSA Fortschritte. Die operativen Aufwendungen sanken im Quartal um 13 Mio. Euro auf 322 Mio. Euro. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung lagen bei 42 Mio. Euro, nach 45 Mio. Euro im Vorjahr. Vertriebs- sowie allgemeine Verwaltungskosten gingen um 10 Mio. Euro auf 280 Mio. Euro zurück.
Unter dem Strich erzielte WSA im zweiten Quartal einen Gewinn von 16 Mio. Euro. Im Vorjahresquartal hatte das Unternehmen noch einen Verlust von 10 Mio. Euro ausgewiesen. Auch der Cashflow verbesserte sich: Der operative Cashflow stieg auf 115 Mio. Euro, nach 55 Mio. Euro im Vorjahr; der Free Cashflow lag bei 99 Mio. Euro.
Innovationen sollen zusätzliche Impulse bringen
Neben den Finanzzahlen rückt WSA zwei Innovationsthemen in den Vordergrund. Mit Sound Preference will das Unternehmen die individuelle Klangpräferenz stärker in die Versorgung einbeziehen. Nach WSA-Forschung zeigen bis zu 40 % der Hörer eine starke und konsistente Präferenz für eine Klangverarbeitungsphilosophie gegenüber einer anderen. Für Hörakustiker ist das relevant, weil sich damit Beratung, Erwartungsmanagement und Anpassung stärker an subjektiven Präferenzen ausrichten lassen.
Mit dem Signia Active Mini IX führt WSA zudem ein wiederaufladbares Ready-to-wear-ITE-Hörsystem mit Konnektivität und IX-Plattform ein. Laut Unternehmensangaben können Hörakustiker damit Same-day-Fittings ohne Otoplastik durchführen. WSA bezeichnet das Modell als weltweit kleinstes Ready-to-wear-ITE-Hörsystem mit Konnektivität und voller IX-Plattform. Weitere Innovationen auf den Plattformen Widex und Signia sollen folgen.
Ausblick bleibt vorsichtig, aber stabil
Für das erste Halbjahr 2025/26 meldet WSA einen Umsatz von 1,257 Mrd. Euro und ein organisches Wachstum von 0 %. Der berichtete Umsatz sank um 6 %, erneut belastet durch Währungseffekte. Das EBITDA vor Sondereffekten lag bei 228 Mio. Euro, die Marge verbesserte sich auf 18,1 %.
Die Jahresprognose bleibt unverändert. WSA erwartet für 2025/26 weiterhin 0 bis 4 % organisches Umsatzwachstum. Die EBITDA-Marge vor Sondereffekten soll gegenüber dem Geschäftsjahr 2024/25 um rund 1 Prozentpunkt steigen. Das Unternehmen verweist dabei auf Kostensenkungen aus dem Vorjahr, Effizienzgewinne und weiteres Wachstum. Der Ausblick bleibt damit von zwei Faktoren geprägt: einer vorsichtigen Markterwartung und der Hoffnung auf zusätzliche Impulse aus neuen Produkten.