Ein Selbstexperiment des YouTubers Joseph DeChangeman zeigt, wie sich Hörverlust im Alltag auswirkt – und warum frühes Handeln entscheidend ist. Unterstützt wurde das Projekt vom Hörakustikunternehmen GEERS.
Millionen Menschen in Deutschland sind von eingeschränktem Hören betroffen. Mit einem öffentlichkeitswirksamen Selbstversuch macht der YouTuber Joseph DeChangeman nun auf die oft unterschätzten Folgen aufmerksam. In Zusammenarbeit mit GEERS erlebte er einen Tag lang verschiedene Stufen eines simulierten Hörverlusts.
Alltag mit eingeschränktem Gehör
Für das Experiment wurde das Hörvermögen des YouTubers in drei Stufen reduziert. Begleitet wurde er dabei von Hörakustikmeisterin Judith Kopka aus Köln. Das Video dokumentiert, wie sich Kommunikation, Konzentration und soziale Interaktionen unter erschwerten Hörbedingungen verändern.
Deutlich wurde insbesondere die steigende mentale Belastung: Gesprächen zu folgen erfordert mehr Aufmerksamkeit, Missverständnisse häufen sich. In der Folge können sich Betroffene zunehmend aus sozialen Situationen zurückziehen.
Millionen betroffen – geringe Versorgung
Nach aktuellen Zahlen der EuroTrak Hörstudie 2025 nehmen rund 9,11 Millionen Menschen in Deutschland eine Hörminderung wahr. Dennoch nutzen nur 53 Prozent der Betroffenen Hörsysteme. Unbehandelter Hörverlust kann neben Einschränkungen der Lebensqualität auch wirtschaftliche Folgen haben. Der jährliche volkswirtschaftliche Schaden wird auf etwa 39 Milliarden Euro geschätzt.
Früherkennung im Fokus
Das Projekt richtet sich vor allem an die breite Online-Community des YouTubers mit mehreren hunderttausend Abonnenten. Ziel ist es, für erste Anzeichen von Hörverlust zu sensibilisieren und die Bedeutung frühzeitiger Maßnahmen hervorzuheben.
Fachleute weisen darauf hin, dass unbehandelter Hörverlust langfristig auch gesundheitliche Risiken bergen kann, darunter ein erhöhtes Demenzrisiko. Zudem kann er bei Kindern die Sprachentwicklung beeinträchtigen.