Bereits zum zwölften Mal veranstaltete die Bundesinnung der Hörakustiker KdöR (biha) den Tinnitus-Tag – eine interdisziplinäre Fachtagung für Hörakustiker, Ärzte, Audiotherapeuten und Selbsthilfegruppen. Rund 60 Teilnehmende nutzten die Gelegenheit zum fachlichen Austausch.
biha-Hauptgeschäftsführer Jakob Stephan Baschab betonte die Bedeutung der Veranstaltung: „Wir freuen uns, dass wir mit dem Tinnitus-Tag einen Beitrag leisten können, die Versorgung von Betroffenen weiter zu optimieren und Hörakustiker bei dieser verantwortungsvollen Aufgabe zu unterstützen.“ Weltweit sind mehr als 740 Millionen Erwachsene von Tinnitus betroffen, rund 120 Millionen leiden dauerhaft unter den Ohrgeräuschen.
Das Programm eröffnete Univ.-Prof. Dr. Christian Dobel (Universität Jena) mit einem Vortrag über das Zusammenspiel von Emotionen und Kognition bei Tinnitus-Patienten. Anschließend beleuchtete Prof. Dr. Veronika Vielsmeier (Universitätsklinikum Regensburg) die körperlichen Ursachen des somatosensorischen Tinnitus und den Einfluss von Kiefergelenk und Halswirbelsäule.
Einen praxisnahen Einblick gab Dr. Helmut Schaaf (Ohr- und Hörinstitut Hessen, Bad Arolsen), der die Hörgeräteversorgung als wichtigen Baustein in der Tinnitus-Therapie hervorhob. Den Blick für alternative Methoden öffnete Maria Theresia Bosch (Klinikum Schloss Lütgenhof, Dassow), die ihr tinnitus-spezifisches musiktherapeutisches Konzept vorstellte.
Die Vorträge stießen auf großes Interesse. Zahlreiche Wortmeldungen sorgten für lebhafte Diskussionen und unterstrichen den hohen Stellenwert des interdisziplinären Austauschs beim Tinnitus-Tag.